Retro Classics: Einige Verkaufsschilder überraschten

Preise wie auf dem Mond | Teil 3

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Auf jeder Messe wird man so etwas finden, die Retro Classics in Stuttgart macht hier keine Ausnahme. Es gibt reele Angebote und ambitionierte. Bei einigen Preisen weiss man jedoch nicht, was man davon halten muss: Soll man den Mut zur ambitionierten Preisgestaltung bewundern? Oder schätzt man selbst den Markt so falsch ein?

Wem unsere Berichte von der Retro Classics 2020 nicht reichen und wer die aktuellen Preise ganz genau wissen möchte, findet den Porsche Preisguide 2020 (Teil 1) in unserer Ausgabe 3-2020, die ab dem 13. März im Handel und als Download erhältlich sein wird.

© Tobias Kindermann

Wir haben dreimal hingeschaut: Mit 299.930 Euro war dieser 930 Turbo Targa mit Baujahr 1988 ausgepreist. Was sollte diesen Wagen so unglaublich wertvoll machen? 1989 wurde er mit einem Werksumbau-Kit auf Flachbau umgerüstet und verbreitert (vom Werk selber?). Er besitzt weiter einen serienmäßigen 300 PS-Motor, dessen Laufleistung mit 50.270 Meilen (ca. 80.000 km) angeben ist. Er wurde 2019 technisch revidiert – und bekam neue Reifen. Vielleicht ist es der Umstand, dass er ein Rechtslenker ist (einer von 28 Stück im Jahr 1988, wie auf dem Schild zu lesen ist). Aber eigentlich werden in Kontinentaleuropa solche Versionen eher mit einem Preisabschlag versehen.

© Tobias Kindermann

Gut, hier wollen wir nicht zu stark urteilen. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Wagen um ein ungewöhnliches Auto: ein Porsche 911 Carrera 3,2 Cabrio „Rinspeed“. Idee sei gewesen, einen Porsche 911 im Stil des Ferrari Testarossa entstehen zu lassen, als eines von vermutlich fünf gebauten Fahrzeugen sei dieses Exemplar an einen Scheich in den Vereinigten Arabischen Emirate gegangen. Basis sei ein Modell mit 231 PS und Erstzulassung 1989 gewesen – das Armaturenbrett weist den 911 aber klar als ein frühes Exemplar aus. Hier sieht man noch die Lüftungsdüsen der ersten Baujahre. Die Laufleistung wird mit etwas über 19.000 Kilometer angegeben. Wie meistens, wenn ein Scheich im Spiel war, haben Umbaukosten keine Rolle gespielt. Eine ausladende Clarion-Stereoanlage gehörte sozusagen zum guten Ton, ebenso andere Sitze. Ob das trotzdem 120.000 Euro (so die Verhandlungsbasis) wert ist?

© Tobias Kindermann

Bei diesem Cabrio handelt sich es um ein Exemplar der Sonderedition zum Bau des 250.000 911, das im Oktober 1987 in einer Auflage von 875 gebaut wurde, als Coupé, Targa und Cabrio. Dank der niedrigen Laufleistung von 11.500 Meilen (18.300 km) präsentiert sich vor allem das silberblaue Sonderleder in gutem Zustand. Und der Lack ist auch noch original. Doch einige Angaben wecken Zweifel: Als US-Modell dürfte der Wagen nicht wie angegeben die 231-PS-Maschine besitzen, sondern den 217-PS-Motor. Wo wir uns ganz sicher sind: Er besitzt auch keine Servolenkung, wie auf dem Preisschild steht. Zum Preis von 129.000 Euro gibt es aber immerhin einen farblich passenden Lackstift dazu.

© Tobias Kindermann

Ein schönes Auto, dieser weiße Porsche 911 Carrera 3,2 aus dem Baujahr 1989. Die Laufleistung liegt mit 32.762 Kilometer auch niedrig, scheckheftgepflegt, nur im Sommer gefahren. Trotzdem wollen wir nun mal etwas pingelig sein: Die BBS-Felgen sind nicht original und auch den Turbo-Heckspoiler gab es nicht ab Werk. Warum wir das sind? 200.000 Euro Verhandlungsbasis stehen auf dem Verkaufsschild.

© Tobias Kindermann

Der Porsche 993 ist in der Ausführung als 4s ein durchaus gefragtes Auto. Dieses Exemplar aus dem Juni 1996 wurde zudem noch mit einigen Optionen der Porsche-Exclusive-Abteilung versehen, verspricht das Verkaufsschild. Die Laufleistung liegt bei 98.500 Kilometern. Trotzdem: 114.500 Euro sind nicht unbedingt ein Schnäppchen.


Teil 1 des Messeberichts
Teil 2
Teil 4
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