Porsche 356 B Hardtop-Coupé

Unter deutschen Dächern

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Wie muss ein Porsche aussehen? Rund zehn Jahre nach dem Start der Serienproduktion sind Form und Antwort auf die Frage noch längst nicht in Stein gemeißelt. Karmann schließt die Lücke in der Nische und stellt dem 356 Coupé eine alternative Variante zur Seite.
356 Hardtop Coupe
© Roman Rätzke

Diversifizierung ist 1960 bei Porsche das Thema der Stunde. Das Geschäft läuft, der Export brummt und die Vielfalt der 356-Baureihe erreicht einen neuen Höhepunkt: Neben verschiedenen Vierzylinder-Motoren mit einer Leistung von 60 PS bei der „Dame“ bis zu 115 PS in der straßentauglichen Carrera-Variante stehen vier Karosserievarianten zur Wahl, so viele wie nie. Alltag und Rennstrecke werden beliefert, zwischen zahmem Komfort und hartem Wettbewerb ist alles möglich. Kein potenzieller Kunde soll ohne Fahrzeug bleiben. Aber ist Porsche überhaupt ein Autohersteller im eigentlichen Sinne? Oder zu diesem Zeitpunkt nicht eher ein Komponentenwerk?

Fakt ist, dass im Werk I mit geringer Fertigungstiefe gearbeitet wird. Einen großen Teil der Arbeit leisten die Zulieferer Reutter, Drauz bzw. d’Iteren und neuerdings auch Karmann. Sie bauen und montieren auf der anderen Seite der Schwieberdinger Straße, in Heilbronn, Brüssel und Osnabrück die Karosserien, die in Zuffenhausen mit Technik bestückt und erst damit zu Porsche werden.

356 B Hardtop-Coupe
© Roman Rätzke

Das Gros der Aufbauten, Coupé- und Cabrio-Karosserien, liefert Reutter. Die Drauz-Werke haben zwischenzeitlich die Fertigung bzw. Montage eines weniger spartanischen, mit größerer Windschutzscheibe, Kurbelfenstern und Komfortsitzen ausgerüsteten Speedster-Nachfolgers übernommen. Aus dieser Convertible D (wie Drauz) getauften Version wird zum Modelljahr 1960 mit dem Erscheinen des grundlegend überarbeiteten 356 B der 356 Roadster, dessen Karosserien beim belgischen Porsche-Importeur und Karosseriebauer d’Iteren Frères S.A. in Brüssel gebaut werden. Ohne Reutter geht nichts im Porsche-Kosmos, denn von hier kommen Grundmodelle und die meisten Karosserieteile, die bei den anderen zu ganzen Autos komplettiert werden.

Alle Modelle gehören der neuen, auf der IAA 1959 vorgestellten 356-Generation B T5 (Technisches Programm 5) an, die das dritte Lebensalter der 356-Baureihe einläutete. Die stilistische Weiterentwicklung des 356 A zum B ist die bis dahin signifikanteste Änderung, die Porsche am 356 vorgenommen hat, auch wenn es mehr kleinere als größere Eingriffe gab. Die Scheinwerfer liegen höher und stehen steiler, und auch die Stoßstangen mit ihren großen, verchromten Hörnern wandern vorn um 95 und hinten um 105 mm weiter nach oben als beim 356 A. Größer, solider, aber auch weniger leicht und sportlich, wie Kritiker anmerkten, sähe der 356 B aus – der Porsche ist erwachsen geworden.

356 B Hardtop-Coupe
© Roman Rätzke

Die eigenwilligste Modellvariante des neuen 356 B kommt mit etwas Verspätung aus Osnabrück: Das Hardtop-Coupé ist ein Cabrio mit fest verschweißtem Aufsatz, ein offenes Auto mit Stahldach. Warum baut die Wilhelm Karmann GmbH dieses Fahrzeug?


Lesen Sie die Antwort auf diese Frage und die komplette Geschichte mit noch mehr Bildern in Ausgabe 2-2020!

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