Kyoko Yamashita

Auf Ausfahrt mit

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Im neuesten Teil der Serie „Auf Ausfahrt mit:“ gelingt es Porsche-Enthusiastin Kyoko Yamashita, dem Trubel Tokios auf einer legendären japanischen „Tōge“ zu entfliehen.
Porsche Japan Kyoko Yamashita
© Porsche AG

Strecke: Mautstraße von Hakone, Präfektur Kanagawa, Japan
Distanz: 14 Kilometer, one-way
Besonderheit: Eine klassische japanische „Tōge“, also ein Gebirgspass, mit sanften, lang gezogenen Kurven umgeben von sattem Grün, gekrönt von einer unverfälschten Aussicht auf den Berg Fuji.


Als Kyoko Yamashita den Plan fasste, an das andere Ende der Welt zurückzukehren und Los Angeles zu ihrer Heimat zu machen, bat die japanische Teenagerin ihren Vater nur um zwei Dinge: eine Zahnspange und einen Führerschein. Dies war der Beginn einer jungen Liebe zu Autos und zur Fahrkultur, die die Marketingchefin und selbsternannte Auto-Verrückte bis in das Erwachsenenalter hinein beeinflusste.

Yamashita, die sowohl in LA als auch in Tokio aufwuchs, kehrt regelmäßig zurück in die japanische Hauptstadt, in der auch eine ihrer Lieblingsstrecken beginnt. „Ich treffe mich gerne am frühen Morgen mit ein oder zwei Freunden auf einen Kaffee in Tokio, bevor ich rund 90 Minuten bis zur Mautstraße von Hakone fahre. Sie ist der Ausgangspunkt für eine meiner schönsten Ausfahrten. Da ich diese Strecke nicht sehr oft fahren kann, mache ich gerne einen ganzen Wochenendtrip daraus.“

Porsche Japan Kyoko Yamashita
© Porsche AG

Die Mautstraße von Hakone ist eine der beliebtesten „Tōge“ Japans: Bergstraßen, die mittlerweile in einem Atemzug mit der Tuning- und Driftkultur genannt werden. Zudem dient sie vielen Einwohnern der Metropolregion Tokio, die die Stadt gerne einmal wieder gegen ein Stück Natur eintauschen, als willkommener Zufluchtsort. Hart arbeitende Großstädter strömen in Scharen zu den berühmten heißen Quellen der Region, um an ihren freien Wochenenden unter dem prachtvollen schneebedeckten Gipfel des Fuji zu entspannen.

Japans Mini-Nürburgring

„Die Straße selbst ist recht kurz – etwa 14 Kilometer“, erklärt Yamashita. „Aber es ist eine Mautstraße in Privatbesitz, daher wird es nicht allzu voll. Klar trifft man am Wochenende auf Gleichgesinnte, die sowohl in Autos als auch auf Motorrädern unterwegs sind, aber selbst dann bleibt es noch im Rahmen. Das Beste daran ist: Wenn man die Mautstraße am anderen Ende nicht verlässt, kann man sie hoch- und runterfahren, so oft man möchte. Auch wenn es sich um eine zweispurige Straße handelt, bezeichnen sie viele als den japanischen Mini-Nürburgring.“

Porsche Japan Kyoko Yamashita
© Porsche AG

Rund 100 Kilometer südwestlich von Tokio steigt die vorbildlich instand gehaltene Mautstraße von Hakone bis auf über 1.000 Meter an. Unterwegs folgen in regelmäßigen Abständen mehrere Rastplätze und am Gipfel befindet sich eine Aussichtsplattform mit Cafeteria, in der man sich mit Snacks und Kaffee für die Weiterfahrt stärken kann. Umrahmt von üppiger Vegetation und mit atemberaubender Sicht auf den Fuji ist diese Strecke selbst das Ziel, aber auch eine beliebte Route für die lokale Motorpresse und Autobauer, die hier ihre neuesten Projekte auf Herz und Nieren prüfen.

Die Mautstraße von Hakone ist keine typische Bergstraße

„Das ist keine Straße mit besonders vielen Kurven oder für besonders hohe Geschwindigkeiten, aber sie verläuft schön flüssig durch viele lang gezogene Kurven“, erzählt Yamashita. „Sie ist entspannt zu fahren, aber immer noch herausfordernd genug. Es gibt mehrere uneinsehbare Kurven, und Teile des Passes verlaufen über hohe Brücken. Daher bekommt man ein richtiges Gefühl für die Höhe, wenn man den Berg hinauffährt.“

Porsche Japan Kyoko Yamashita
© Porsche AG

Für die Benutzung der Straße wird eine Mautgebühr in Höhe von 1.460 Yen (umgerechnet etwa 11 Euro) fällig, gesperrt wird der Pass nur bei extremem Winterwetter. Yamashita empfiehlt jedoch, den Trip entweder vor oder nach der Sommersaison zu unternehmen. „Am besten kommt man im Frühling her, wenn die Kirschblüten zu blühen beginnen, eines dieser typischen Bilder von Japan. Aber auch der Herbst bietet ein faszinierendes Farbenspektrum – überall ist man von wunderschönem Blattwerk umgeben.“

Yamashitas Porsche-Geschichte begann mit einem 987 Cayman S

Da Yamashitas eigene Wagen zu Hause in Kalifornien stehen, schwelgt sie beim Gedanken an das perfekte Auto für diese Fahrt in Erinnerungen an die Zeit, als sie erstmals der Faszination Porsche erlag. „In LA habe ich einen 997 Turbo und einen 911 Carrera 3.2 aus dem Jahr 1988, beide mit Schaltgetriebe. Das sind ganz besondere Autos für mich, die ich aus mehreren Gründen sehr liebe.“ Aber ihre Geschichte als stolze Porsche-Besitzerin begann mit einem 987 Cayman S. „Das war mein erstes Auto mit Mittelmotor und das erste Auto, mit dem ich auf Rennstrecken gefahren bin. Und das sehr viele Male. Ich wohnte damals in San Francisco und bin zum Sonoma Raceway, Laguna Seca Raceway und Thunderhill Raceway Park gefahren. Ich hatte dieses Auto knapp vier Jahre lang. Es ist mir sehr schwer gefallen, es wieder herzugeben! Ich habe das Gefühl beim Fahren mit Mittelmotor geliebt. Für eine Strecke wie die Mautstraße von Hakone würde ich also einen Cayman wählen. Oder vielleicht einen 718 Spyder.“

Porsche Japan Kyoko Yamashita
© Porsche AG

Für eine einfache Fahrt über die Mautstraße bräuchte man nicht einmal eine halbe Stunde, aber wer wirklich nicht die gleiche Strecke zurückfahren möchte, hat am anderen Ende der Mautstraße die freie Wahl zwischen verschiedensten Routen, darunter zum Beispiel die lange, serpentinenartige 401. Yamashita verrät: „In der Regel fahre ich 40 oder 50 Kilometer weiter Richtung Süden auf die Izu-Halbinsel. Dort gibt es ein Gebiet, das für seine frühe Kirschblüte entlang des Flussufers bekannt ist. Wenn ich genug Zeit habe, fahre ich da runter und verbringe dort das restliche Wochenende.“

Porsche Japan Kyoko Yamashita
© Porsche AG

Entspannung ist für Yamashita beim Fahren genauso wichtig wie die Begeisterung, die sie dabei eindeutig ebenfalls empfindet. Auf die Frage nach ihrem Lieblings-Soundtrack für ihre Roadtrips antwortet sie vielsagend: „Ich finde Musik toll, aber Autofahren ist für mich eine Art Therapie. Früher gehörte ich auch zu den Fahrern, die immer Musik laufen haben mussten. Aber mittlerweile konzentriere ich mich am liebsten ganz auf die Straße, die vor mir liegt, und nehme meine Umgebung bewusst wahr. Wenn ich zurück nach Japan komme und die Möglichkeit habe, die vollen Straßen von Tokio hinter mich zu lassen, ist Fahren für mich wie eine Zen Meditation. Der Sound des Motors sorgt für einen Adrenalinstoß, und ich genieße die Einmaligkeit des Moments und das Gleichgewicht, in dem ich mich dabei befinde.“

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