Zaid Hamid

Auf Ausfahrt mit

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Journalist Zaid Hamid stellt mit Sa Calobra und Cap de Formentor zwei Strecken auf Mallorca vor, die gut und gerne als Meisterwerke bezeichnet werden können.

Strecke: Sa Calobra, Cap de Formentor, Mallorca
Distanz: 63 Kilometer
Besonderheit: Schmale Serpentinenstraßen mit engen Kehren, gefolgt von weiten und schneller zu durchfahrenden Kurven


In Hollywood ist Sera Trimble als Stuntfahrerin für Film und Fernsehen tätig, doch ihr harter Job am Lenkrad mindert ihre Liebe zur Straße keineswegs. Im Gegenteil: An den Wochenenden macht sie sich auf in die entlegenen Gegenden ihres Wahl-Bundesstaats Kalifornien. Immer mit dabei: ihr heißgeliebtes Porsche 911 G-Modell. Mit voller Campingausrüstung geht es so entlang der relativ unbekannten Nacimiento-Fergusson Road in der Nähe von Big Sur.

Zaid Hamid aus London schreibt seit mehr als zehn Jahren für Automobilmagazine. Für seine Arbeit ist er schon einige der legendärsten Straßen der Welt gefahren, doch sein Wunsch nach bisher unentdeckten Strecken bleibt weiterhin ungestillt. Eine Route, die ihn schon lange gereizt hat, befindet sich auf der Balearen-Insel Mallorca.

„Ich bin immer auf der Suche nach neuen Straßen. Mallorca stand ganz oben auf meiner Liste, seit ich einen Video-Clip über einen Boxster GTS gesehen hatte, der auf der kurvenreichen Straße zum Leuchtturm am Cap de Formentor unterwegs war. Der Fahrer, ein britischer Journalist, trug ein so breites Grinsen im Gesicht, dass ich bei nächster Gelegenheit unbedingt selbst dorthin wollte.“

Zaid Hamid Porsche Speedster
© Porsche AG

Die Straße Ma-2141, die auf Mallorca aus einfach ersichtlichen Gründen als „die Schlange“ bekannt ist, beginnt an der Küste und windet sich in spektakulären Serpentinen den Berg hinauf. Die Strecke in den Ort Sa Calobra wurde in den 1930er-Jahren von dem spanischen Ingenieur Antonio Parietti geplant und ohne Maschinen angelegt, obwohl 31.000 Kubikmeter Gestein abgetragen werden mussten. Es gibt 50 Kurven – die meisten davon Haarnadelkurven –, die dem Fahrer höchste Konzentration abverlangen, da die Fahrbahn sehr eng ist. Die Straße steigt über 12,7 Kilometer bis auf eine Höhe von 682 Meter an und erreicht Steigungen von bis zu 11,5 Prozent.

„Die Strecke startet auf Meereshöhe zunächst recht unspektakulär, abgesehen davon, dass sie sehr schmal ist. Es dauert einige Kilometer, bis der Fahrer merkt, auf welch geradezu magische und natürliche Art und Weise die Straße in die Bergwelt der Serra de Tramuntana eingebettet ist“, erklärt Hamid. „Je höher man hinauffährt, desto steiler wird die Strecke, und umso schneller folgen die Haarnadelkurven aufeinander. So gerät man in einen Flow, der fast schon hypnotisch wirkt.“

Porsche Macan Mallorca
© Porsche AG

Wenn die dichte Abfolge der Serpentinen wieder abnimmt und man über die rechte Schulter nach unten blickt, sieht man die in Schleifen angelegte Fahrbahn, die man gerade hinter sich gelassen hat. „Das Bild brennt sich ins Gedächtnis ein, und schon allein diese Aussicht macht den Muskelkater, den man vom vielen Lenken im Oberkörper bekommt, wieder wett. Kurz vor der Passhöhe flacht die Straße ab und man erhascht einen Blick auf das Kronjuwel von Sa Calobra.“

Die bemerkenswerteste Stelle der Straße nennt sich „Nus de Sa Calobra“, also „Krawattenknoten“: Hier führt die Straße in einer 270-Grad-Kurve unter sich selbst hindurch. „Damit wirkt sie eher wie eine Rennbahn von Hot Wheels als wie eine echte Bergstraße“, schwärmt Hamid und lacht. Kurz hinter der legendären Kurve endet die Strecke unter den Bögen eines Viaduktes, wo die Ma-2141 auf die Ma-10 trifft, die einige Kilometer weiter schließlich zur Ma-2200 wird. Diese Straße ist weniger anspruchsvoll und bietet eine kurze Verschnaufpause, bevor die zweite von Antonio Parietti geplante Straße auf der Insel erreicht wird.

Porsche Macan Mallorca
© Porsche AG

„Die zweite Strecke führt zur nördlichsten Spitze der Insel und endet am Leuchtturm am Cap de Formentor. Das Cap ist ebenfalls als Touristen-Hotspot bekannt, aber ich war außerhalb der Saison dort, und außerdem regnete es. Daher hatte ich den Ort ganz für mich.“ Unterwegs war Zaid Hamid mit einem Porsche Macan S. Dank schneller Gangwechsel, einer Leistung von 260 kW (354 PS; Macan S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,9 l/100 km, CO2-Emission kombiniert 204 g/km) und einem Drehmoment von 477 Nm waren die Höhenunterschiede einfach zu meistern.

„Die Lenkung bot eine hervorragende Rückmeldung und war optimal ausgewogen. Auch die Gewissheit, dass die Bremsen bergab kein Fading zeigen, war sehr beruhigend!“ Die Straße zum Cap de Formentor beginnt in Port de Pollenca ebenfalls auf Meereshöhe und erstreckt sich über 19 Kilometer bis zum Leuchtturm.

Porsche Macan Mallorca
© Porsche AG

„Diese 19 Kilometer bis zum Leuchtturm bieten Fahrvergnügen pur“, erzählt Hamid. „Die erste Hälfte der Strecke ist geprägt vom Grün, das aus den Felsen hervorsprießt. Während man an Höhe gewinnt, bieten die gelegentlichen Serpentinen einen großartigen Ausblick auf das Mittelmeer.“ Der absolute Höhepunkt wartet aber Richtung Ende der Strecke. „Die Landzunge wird immer schmaler, ebenso wie die Straße selbst. Bei der Fahrt durch die weiten und schnellen Kurven eröffnen sich erste vielversprechende Ausblicke auf den Leuchtturm, der das Ende der Straße und der Insel markiert. Man sollte die mitunter auf die Straße springenden Zicklein im Blick haben, aber die Aussicht ist wirklich atemberaubend! Selbst an trüben Tagen gehören diese Straßen zu den faszinierendsten, die ich je erleben durfte.“

Porsche Macan Mallorca
© Porsche AG

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