Kaufberatung Porsche Cayman 987C

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Für die geschlossene Version des Boxster ließ Porsche sich Zeit. Erst 2005 ging der Cayman in den Verkauf, auf einmal befand sich eine fahrdynamische Alternative zum 911 im Porsche-Programm. Wie schlägt sich die erste Generation des Mittelmotor-Coupé heute?
Kaufberatung Porsche Cayman 987C
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Es ist Programm, dass Porsche seine kompakten Mittelmotorsportwagen deutlich günstiger anbietet als den 911, wobei sie ihm hinsichtlich Qualität und Technik in nichts nachstehen. Allein einen Respektabstand bei Größe und Motorleistung müssen sie einhalten. Dafür geben sie sich leichter und handlicher. Der Käufer bekommt demnach nicht weniger Sportwagen, sondern einen mit anderen Akzenten.

Aktuell liegt der Preis für den günstigsten Cayman bei 55.508 Euro, ein Porsche 911 ist erst ab 106.352 Euro zu haben. So ähnlich sah es auch schon aus, als der Cayman 2005 auf den Markt kam. Und dieser Preisvorteil macht den bis 2013 gebauten 987C auch als gebrauchtes Exemplar attraktiv. Vergleicht man die Preise für ein Fahrzeug aus dem Jahr 2010 mit dem eines Porsche 997, kostet ein Cayman je nach Ausführung und Kilometerstand zwischen 12.000 und 30.000 Euro weniger. Der größte Teil der Cayman-Angebote bewegt sich zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Dabei zeichnet sich auch ab: Die Auswahl an gebrauchten Cayman fällt deutlich kleiner aus als beim 911.

Kaufberatung Porsche Cayman 987C

Der Cayman basiert auf dem ein Jahr zuvor präsentierten Boxster der zweiten Generation vom Typ 987. Hier hatte Porsche sich von den 996-Scheinwerfern verabschiedet, hinzu kam ein neues Armaturenbrett. Außerdem legten die 2,7- und 3,2-Liter-Motoren noch einmal an Leistung zu. Damit sind schon die wichtigsten Änderungen umschrieben. Porsche platzierte den Cayman, den es im ersten Modelljahr nur als S-Version mit 295 PS starkem 3,4-Liter-Sechszylinder gab, preislich über dem Boxster.

Kaufberatung Porsche Cayman
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Cayman - Karosserie

Die Rostvorsorge bei Porsche ist gut, Korrosion auch bei älteren Cayman kein Thema, sofern nicht ein schlecht reparierter Unfallschaden vorliegt. Ein paar Ecken sollte man dennoch inspizieren. So kann es im Inneren des vorderen Radhauses zu Rostansätzen kommen, wenn das Rad Steine gegen die Innenseite des Kotflügels geschleudert hat und die Zinkschicht verletzt wurde. Allgemein sollte man besonders ein Auge auf Steinschläge haben, da sich hier Rost bilden kann, nicht nur an der Front. Auch den Bereich um die Ansaugöffnungen vor dem Hinterrad sollte man nicht vergessen. Zudem können Bug und Heckschürze am Übergang zur Karosserie scheuern, wenn sich im Zwischenraum etwa Sand festgesetzt hat, was auf Dauer das Blech dort freilegt und ebenfalls zu Rostansätzen führt. Bläschen sind erste Anzeichen dafür.

Leichte Farbunterschiede von den Schürzen zum lackierten Blech sind nicht ungewöhnlich. Vor allem bei roten oder silbernen Fahrzeugen kann eine Differenz auffallen, Schwarz gilt dagegen als unproblematisch. Der Lack verhält sich auf den Kunststoffteilen etwas anders - schon ab Werk. Umgelegte Kotflügelfalze, wie sie zur Montage von Felgen mit ambitionierter Breite fällig werden, können ebenfalls eine Ursache für Rost sein, da sich im Lack eventuell Risse gebildet haben.

Cayman 987C - Motor

Motor Porsche Cayman 987C
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Der erste Cayman wurde mit zwei Motorgenerationen angeboten. Zwischen 2005 und 2009 waren es Varianten der ersten wassergekühlten M96/M97-Maschinen, die seit 1996 im Boxster und seit 1997 im 911 zum Einsatz kamen. In den ersten Jahren fielen diese Motoren durch undichte Simmerringe auf, und Porsche verbesserte die Konstruktion, sodass dieses Problem später deutlich seltener auftrat. Ein wenig feucht darf er an der Stelle aber sein. Auch gebrochene Zwischenwellen kamen vor, hier besserte Porsche ebenfalls nach.

Diese Änderungen kamen auch dem Cayman zugute. Bei Motoren mit größerem Hubraum kam es bei vielen Exemplaren zu oval verformten Zylindern, was zu Kolbenkippern und Kolbenklemmern führte. Betroffen sind dabei eher 3,6- und 3,8-Liter-Versionen, bei denen die Zylinderwand dünner ist als etwa beim 2,7- oder 3,4-Liter-Motor des Cayman. Oft traten diese Motorschäden im Bereich von 70.000 bis 80.000 Kilometer auf. Deshalb sind Tauschmotoren nicht ungewöhnlich.

Es gibt aber auch viele Exemplare, die nach deutlich sechsstelliger Kilometerleistung völlig ohne Probleme laufen. Wenn der Motor nach der Probefahrt dicht ist und keine ungewöhnlichen Geräusche macht, steht einem Kauf nichts im Wege. Der 245-PS-Motor mit 2,7 Litern Hubraum leistet 245 PS bei 6500/min und stellt zwischen 4600/min und 6000/min ein Drehmoment von 273 Nm zur Verfügung. Damit ist der Wagen ordentlich motorisiert und läuft 258 km/h Spitze. Die technischen Daten sind vergleichbar mit denen des 911 Carrera 3.2, der 231 PS bei 5900/min und 284 Nm bei 4800/min lieferte. Nur ist der Cayman rund 100 Kilogramm schwerer, was diese Ausführung eher etwas für Genießer macht, die es nicht ganz so eilig haben.

Der 3,4-Liter-Motor im Cayman S mit 295 PS bei 6250/min besitzt mit 340 Nm zwischen 4400/min und 6000/min ein deutlich höheres Drehmoment, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 275 km/h. Besonders im oberen Geschwindigkeitsbereich legt der 3,4-Liter-Motor druckvoller zu als das Basis-Triebwerk. In einer auf 700 Exemplare limitierten Sonderedition (Cayman S Sport) gab es ihn auch mit 8 PS mehr, das Resultat einer Sportauspuffanlage. Das reichte, um ihn nahe an den 997-Basis-Carrera mit 345 PS heranzurücken.

Vorzüge

+ günstig in der Anschaffung

+ gute Rostvorsorge

+ haltbare Wasserboxer-Generation

+ solide Schalt- und Automatikgetriebe

Nachteile

– teuer im Unterhalt

– Unterschiede bei lackierten Blech und Kunststoffoberflächen

– Wasserboxer-Problematik bleibt

– Kühler korrosionsanfällig

Ab Mitte 2009 kam eine neue Motorgeneration zum Einsatz. Das Gehäuse war nicht mehr vierteilig, sondern zweiteilig, zudem entfiel die Zwischenwelle. Sie gilt insgesamt als unauffällig und zuverlässig. Das Basis-Triebwerk im Cayman lieferte nun bei 2,9 Litern Hubraum 265 PS bei 7200/min und 300 Nm zwischen 4400/min und 6000/min, womit der Cayman 265 km/h schnell war. Die S-Version erhielt ein 3,4-Liter-Triebwerk mit 320 PS bei 7200/min und 370 Nm bei 4750/min, genug für Spitzentempo 277 km/h. Er besitzt zudem eine Direkteinspritzung, die sich auch nach Jahren als zuverlässig erwiesen hat. Ein Sondermodell mit etwas mehr Leistung (330 PS), der 50 Kilogramm leichtere Cayman R mit rundum sportlicher Ausprägung, war der stärkste Cayman der ersten Generation.

Anbauteile wie Wasserpumpe und Lichtmaschine sind sehr haltbar, die Kühler im Bug verdienen Aufmerksamkeit. Wird der Wagen nach einer Wäsche nicht sorgfältig trocken gefahren, kann Wasser in den Kühlern stehen bleiben, was zur Oxidation führt und sie undicht werden lässt. Riecht es nach der Probefahrt vorn an der Bugschürze süßlich nach Kühlerflüssigkeit, zeichnet sich ein Austausch ab.

Kaufberatung Porsche Cayman 987
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Porsche Cayman: Getriebe und Kraftübertragung

Nur der Cayman mit der 245-PS-Maschine wurde mit einem Fuünfganggetriebe angeboten, sechs Gänge waren optional erhältlich. Das Sechsganggetriebe war bei allen anderen Ausführungen serienmäßig. Lieferbar war auch eine 5-Gang-Tiptronic für die älteren Motoren, ab 2009 gab es erstmals ein Doppelkupplungsgetriebe (PDK). Wer das Fahrgefühl einer klassischen Automatik bevorzugt, wird mit der Tiptronic die richtige Wahl treffen. Sie arbeitet zuverlässig, was auch fürs PDK gilt. Mit der Kupplung bei den Schaltgetrieben verhält es sich wie bei anderen Autos: Wer sie schleifen lässt, muss mit schnellerem Ersatz rechnen, grundsätzlich ist auch sie sehr haltbar. Fährt man im Rückwärtsgang an und sie neigt zum Rupfen, kündigt sich die Verschleißgrenze an.


Erfahren Sie mehr zu den Themen Fahrwerk, Lenkung, Bremsen, Innenraum, Elektrik, Wartungskosten und unser Fazit in Ausgabe 5-2020.

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