Das PORSCHE FAHRER-Experiment ‒ Teil 1

Zurück ins Leben

War es Langeweile, Übermut? Lust aufs Abenteuer? Oder was bringt einen auf die Idee, ganz nebenbei einen vor 28 Jahren abgestellten Elfer zu restaurieren und verkaufsfertig zu machen? PORSCHE FAHRER-Autor Peter Trautmann wollte wissen, was da so alles passieren kann, und wagte ein Experiment mit unsicherem Ausgang.

© Peter Trautmann

Einen alten Elfer finden, das wäre was“, sage ich immer. Welcher Schrauber träumt nicht davon? Eine Zeitkapsel, einen unberührten 911 entdecken, der seit Jahren irgendwo vor sich hin dämmert und darauf wartet, wieder zum Leben erweckt zu werden. Manchmal erfüllen sich Wünsche, aber nur selten entsprechen sie der eigentlichen Vorstellung. Das wäre ja auch zu schön.

Vor rund zwei Jahren fiel mir wieder ein alter Bekannter ein, von dem ich vor langer Zeit nur beiläufig erfahren hatte, dass in seiner Garage ein alter Porsche stehe. Gesehen hatte ich das Auto noch nie und das Ganze auch irgendwie völlig vergessen. „Vielleicht hat er ihn ja noch“, dachte ich mir, „und vielleicht verkauft er ihn sogar.“ Ja, das wäre was.

Und tatsächlich. Als ich ihn 2016 in Bochum besuche, steht der Elfer noch immer in der Garage, seit 28 Jahren schon. „Ich werde wohl nicht mehr da hineinkriechen und ihn fertig machen“, erklärt mir Harry. Er will ihn nun doch loswerden, und nach ein bisschen Hin und Her kommen wir ins Geschäft.

Harry hat das Auto einst aus dem Bauch heraus gekauft. „Ich war gerade bei einem Gebrauchtwagenhändler, als ein Mitarbeiter mit diesem Porsche auf dem Anhänger auf den Hof fuhr“, erinnert sich der Bochumer. „Ich fand den auf Anhieb schön und wollte ihn unbedingt haben.“ Ein, zwei Kleinigkeiten mussten gemacht werden. „Dann waren wir mal mit dem Auto in Sölden. Ich will morgens starten, und ...", gestikuliert Harry, "... er dreht zwar irgendwie, aber nix passiert." Ein Steuerkettenrad war gebrochen. Porsche in Salzburg hat es gerichtet. Danach war alles wieder gut.

Es ist ein 911 2.7 mit 165 PS in Silbergründiamant, Farbcode Y8Y8. Außer Betrieb gesetzt: 1986. Etwas über 100.000 km auf der Uhr. Harry ist, oder war, erst der zweite Besitzer. "Als ich ihn 1988 abgestellt habe, lief der Motor einwandfrei, und das Getriebe war auch in Ordnung", versichert der Eigentümer. Er staunt selbst ein bisschen darüber, dass der Elfer nun schon so lange hier steht. Der Plan war einst, den Wagen zu lackieren und wieder chic zu machen. Ein vom Erstbesitzer ins Dach geschnittenes Sonnendach – Frevel! – ist bereits entfernt und die Öffnung wieder verschweißt. Die Scheiben sind teilweise ausgebaut, einige Anbauteile entfernt. Und dann?! Dann geschah erst mal nichts mehr. Eben bis jetzt, 28 Jahre später.

Also aufladen, mitnehmen. In mir wächst die Idee: Wenn schon wieder auf die Straße bringen, dann aber richtig. Neu lackieren. Motor überholen. Alles wieder in Schuss bringen. Ich überlege, wie ich das am besten schaffe. Und komme zu dem Schluss: "Das machst du zusammen mit Fachleuten." Ja, als gelernter Kfz-Mechaniker bin ich zwar in der Lage, mit Sinn und Verstand zu arbeiten, doch ist dies ein so spezieller Fall, dass ich gern auf Know-how und Fähigkeiten von Experten zurückgreifen will.


Teil 1 dieser Serie startete in unserer Ausgabe 2-2019, Teil 2 in Ausgabe 3-2019 und der abschließende Teil ist Ausgabe 4-2019.
Erhältlich auch als Download in unserer App.

Ähnliche Artikel
Kommentare
    Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Artikel teilen

Bitte wählen Sie eine Plattform, auf der Sie den Artikel teilen möchten:

Beitrag melden

Ihr Name

Ihre E-Mail-Adresse

Bitte beschreiben Sie kurz, warum dieser Beitrag problematisch ist


xxx
Newsletter-Anmeldung

* Pflichtfeld

** Ihre Daten werden von der HEEL Verlag GmbH gespeichert, um Ihnen Informationen zukommen zu lassen. Ihnen entstehen weder Kosten noch Verpflichtungen. Sie können sich jederzeit wieder vom Newsletter abmelden und aus dem Postverteiler streichen lassen.