912 E vs. 911 SC

Auf Augenhöhe

Mit 2099 gebauten Exemplaren ist der 912 E einer der exklusiven, aber nicht gerade einer der schnellsten Porsche. Georg Memminger aus Reichertshofen wollte das ändern und verordnete dem VW-Motor eine selbst entwickelte Kraftkur. Reicht es, um dem großen Bruder 911 SC Paroli zu bieten?

© Tobias Kindermann

Der 912 spielte nie die Rolle eines Anführers. Mit seinen Vierzylinder-Motoren bildete er die günstigste Möglichkeit, einen Sportwagen aus Zuffenhausen zu fahren. Dabei war er ungewöhnlich erfolgreich, hielt als Einstiegsmodell die Klientel der 356-Fahrer bei der Stange, die keinen 911 wollten oder bezahlen konnten. Rund 4000 Mark betrug der Preisvorteil des 912 gegenüber dem 911, von der Differenz konnte man sich fast einen VW Käfer leisten. 30.895 Exemplare des 912 verkaufte Porsche von April 1965 bis zum Ende des Modelljahres 1969, von allen 911-Varianten dagegen nur 26.235 Fahrzeuge.

Daran werden die Porsche-Kaufleute gedacht haben, als sich zum Modelljahr 1976 eine Lücke im Modellprogramm in den USA ergab. Bis zum Frühjahr 1976 waren die letzten produzierten Exemplare des Porsche 914 in die USA verkauft worden. Doch der Nachfolger 924 war dort zunächst nicht erhältlich, sodass Porsche den 912 aufleben ließ – als 912 E mit einem modifizierten Volkswagen-Motor, der schon im Porsche 914 zum Einsatz gekommen war.

Abgasentgiftet lieferte der Typ-4-Motor bei zwei Litern Hubraum überschaubare 86 SAE-PS. Die sorgten für eine Beschleunigung von 13,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, bei 175 km/h war die Spitzengeschwindigkeit erreicht. Damit war er rund zehn Stundenkilometer langsamer als der erste 912, der von einem modifizierten Motor mit 90 PS aus dem Porsche 356 angetrieben wurde.


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