20 Jahre Porsche 911 GT3

Sechs Generationen

Die Tradition lebte fort, wenn auch unter einem anderen Namen – und auch sonst hatte sich einiges verändert. Als Porsche vor 20 Jahren auf dem Autosalon in Genf den ersten Porsche 911 GT3 präsentierte, konnte man an eine Tradition anknüpfen. Doch der erste Sport-Porsche auf Basis der neuen Baureihe 996 machte einiges anders als seine Vorgänger.

20 Jahre Porsche 911 GT3
© Porsche
Der Porsche 911 GT3 sollte weiter die Basis für die Motorsportaktivitäten von Porsche sein, ein zuverlässiges Fahrzeug für Privatfahrer und Einsatzfahrzeug in den GT-Motorsportklassen und im hauseigenen Markenpokalen wie dem Supercup. Darauf spielte Porsche auch mit der neuen Bezeichnung „GT3“ an. Bisher hatten die straßenzugelassenen Sportversionen das Kürzel „RS“ getragen. Damit begann Porsche im Jahr 1972, als man den Porsche 911 Carrera RS 2.7 präsentierte – eine Rennsportvariante auf Basis des 911-F-Modells, der erstmals einen auf 2,7 Liter vergrößerten Motor mit 210 PS besaß. Mit seinem „Entenbürzel“ ist er heute einer der gesuchtesten 911 überhaupt. Aufgelegt wurde er auch zu Homologationszwecken. Bei Porsche hatte man Bedenken, ob man die dafür erforderliche Zahl von 500 Exemplaren überhaupt verkaufen könnte. Es wurden schließlich sogar über 1500 Wagen gebaut. Doch die Fertigung war nicht unbedingt wirtschaftlich. Es sollte lange dauern, bis ein Nachfolger erschien.

Aus RS und Entenbürzel wurde 911 GT3

Der erste Porsche 911 GT3
© Porsche
Der erste Porsche 911 GT3: Premiere auf dem Automobilsalon in Genf 1999.
Auslöser dafür sollte der Porsche-Markenpokal sein, den das Werk 1986 ins Leben gerufen hatte. Bis 1989 kamen dabei 944 Turbo zum Einsatz, dann stieg man auf den 911 der Baureihe 964 um. Zunächst entstanden die so genannten Cup-Fahrzeuge auf Basis des 964 Carrera 2, zum Modelljahr 1992 bot Porsche dann einen 911 Carrera RS an, der in vielen Punkten gegenüber dem Ausgangsmodell verändert worden war und auch die Basis die Cup-Fahrzeuge und den Einsatz in den N-GT-Klassen bilden sollte. Seitdem hat Porsche von allen 911-Generationen Sportvarianten aufgelegt, bis heute.

Mit der Baureihe 996 kam nicht nur erstmals ein in allen Punkten neuer 911 auf den Markt, man wechselte auch von Luft- auf Wasserkühlung, damit verbunden entwickelte das Werk auch eine neue Motorengeneration. Doch diesen Motor sah man nicht als ideale Basis für einen Rennmotor an, deshalb konstruierten die Ingenieure eine neue Maschine, deren Kurbelgehäuse eine modifizierte Variante vom Porsche 964 war. Zuvor bauten alle Sportmotoren auf den Basis-Versionen des 911 auf, hier schlug man also einen neuen Weg ein. Bis 2013 sollte dieser Motor die Basis für alle weiteren GT3-Straßenmodelle bilden, bei den Rennwagen noch länger.

Walter Röhrl mit Nordschleifenrekord im 911 GT3

GT3 996.2, 997.2 und 991.2
© Porsche
Drei Generationen GT3: 996.2, 997.2 und 991.2
Der wassergekühlte 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor des 1999 vorgestellten 911 GT3 leistete 360 PS. Mit Walter Röhrl am Steuer hatte er die 20,8 Kilometer lange Nordschleife des Nürburgrings in weniger als acht Minuten umrundet – und damit eine neue Benchmark für Straßensportwagen vorgelegt. Ab Mai 1999 verließen die ersten Exemplare des Porsche 911 GT3 die Produktion in Weissach. Als Homologationsbasis für den Motorsport bildete das neue Modell zudem die Grundlage für den 911 GT3 Cup sowie die oberhalb angesiedelten Rennversionen 911 GT3 R und GT3 RSR, die in den kommenden Jahren im Marken- und GT-Sport viele Erfolge erzielen sollten.

Alle drei bis vier Jahre legte Porsche eine neue Evolutionsstufe des Straßensportlers mit Renn-Genen auf. 2003 kletterte die Leistung des Boxermotors mit dem Einsatz der stufenlosen Nockenwellenverstellung VarioCam auf 381 PS. Auf Wunsch konnte man den GT3 nun auch mit der Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) bestellen. Drei Jahre später folgte der nächste Leistungssprung auf 415 PS. Erstmals verfügte der Porsche 911 GT3 jetzt mit dem sportlich abgestimmten Porsche Active Suspension Management (PASM) über ein aktives Fahrwerk. 2009 hoben die Ingenieure den Hubraum des Sechszylinder-Boxermotors auf 3,8 Liter und die Leistung auf 435 PS an. Der komplett neu gestaltete Heckflügel und ein vollverkleideter Unterboden steigerten den Abtrieb so nachhaltig, dass der Anpressdruck sich im Vergleich zum Vorgänger mehr als verdoppelte.

5. Generation 911 GT3 zum 50. Geburtstag des 911

Zum 50. Geburtstag des Porsche 911 feierte auf dem Genfer Salon 2013 die fünfte Generation des 911 GT3 ihre Weltpremiere. Motor und Getriebe, Karosserie und Fahrwerk waren komplett neu. Der Triebstrang bestand aus einem 3,8-Liter-Saugmotor mit 475 PS, erstmals verbunden mit einem Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK). Dazu kam – ebenfalls als Premiere – eine aktive Hinterachslenkung. Zum Einstand umrundete der neue 911 GT3 die Nordschleife des Nürburgrings in nur 7:25 Minuten – mehr als eine halbe Minute schneller als der erste 911 GT3 auf seiner Rekordfahrt im Jahr 1999. Seine bislang letzte Ausbaustufe erreichte der 911 GT3 im Jahr 2017. Im Zentrum der Entwicklungsarbeit hatte der Sechszylinder-Boxermotor gestanden, dessen Hubraum auf vier Liter anwuchs und der auf eine Leistung von 500 PS kommt.

Einen ausführlichen Vergleich aller sechs GT3-Generationen finden Sie in Ausgabe 1-2018.
Lesen Sie hier den ersten Teil unseres großen Vergleichs.

Bildergalerie
Ähnliche Artikel
Kommentare
    Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Artikel teilen

Bitte wählen Sie eine Plattform, auf der Sie den Artikel teilen möchten:

Beitrag melden

Ihr Name

Ihre E-Mail-Adresse

Bitte beschreiben Sie kurz, warum dieser Beitrag problematisch ist


xxx
Newsletter-Anmeldung

* Pflichtfeld

** Der HEEL Verlag erhebt Ihre Daten zum Zweck des kostenlosen E-Mail-Newsletters. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Newsletters und des Informationsservice erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 a) DSGVO. Zudem verwenden wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und HEEL-verwandte Produkte. Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit widersprechen. Weitere Infos zum Datenschutz: ds.heel-verlag.de