ReiseAbenteuer Großglockner

Curveshunter

, Manfred Kolb

 · 14.03.2026

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Foto: Curveshunter

Bekannt für ihre atemberaubende Landschaft und außergewöhnliche Streckenführung, zählt sie zu den drei meistbesuchten Ausflugszielen Österreichs. Darüber hinaus nimmt diese Straße einen besonderen Platz in der Geschichte von Porsche ein – ohne sie wäre die Geschichte der Marke möglicherweise ganz anders verlaufen.

Die 1935 eröffnete Großglockner-Hochalpenstraße war von Anfang an als landschaftlich reizvolle und touristische Route konzipiert und wurde zum Symbol für Modernität und technischen Fortschritt. Ferdinand Porsche sah in der Höhenstraße ein ideales Testlabor für seine Entwicklungen. Bereits 1938 bewältigten Prototypen wie der Porsche Typ 64 die Haarnadelkurven und Steigungen. Diese Tests dienten der Bewertung der mechanischen Zuverlässigkeit, des Verhaltens luftgekühlter Motoren unter großen Belastungen und bei Höhenunterschieden sowie des Fahrverhaltens in engen Kurven.

Die heute komplett asphaltierte und bestens gepflegte Straße ist mautpflichtig und – je nach Schneelage – von Mai bis Oktober geöffnet. Von Bruck im Norden kommend, erreicht man die Mautstelle am Anfangspunkt der Straße. Die Gebühr von 45,00 Euro mag hoch erscheinen, jedoch erhält man einen entsprechenden Gegenwert.

Der Straßenverlauf ist perfekt in die Landschaft eingebettet, jeder Meter scheint noch die Leidenschaft der Ingenieure auszustrahlen, die sie 1935 entworfen haben. Die Steigung nimmt allmählich, aber kontinuierlich zu. Die ersten Kurven tauchen auf, weitläufig und übersichtlich. Fahrerisch im Fluss lässt sich schnell an Höhe gewinnen. Die Straße ist breit, der Asphalt griffig, die Trassierung einer Rennstrecke ebenbürtig – und das alles umgeben von grünen Almwiesen und schneebedeckten Gipfeln.

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48 KILOMETER MIT 36 KEHREN

Kurven folgen rasch aufeinander, und zahlreiche Haltebuchten laden zum Verweilen und Genießen der Aussicht ein. Eine Entscheidung zwischen dem Fahren und dem Bewundern der Landschaft zu treffen, erweist sich als schwierig. Die beste Lösung? Die Strecke mehrmals fahren, um beides voll zu genießen.

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Der Hauptanstieg führt 13 Kilometer weiter bis zur Kehre Nr. 14. Hier zweigt links die Zufahrt zum Bergrestaurant Fuscher Törl (2.430 m) ab. Von dort führt eine schmale Straße weiter zur Edelweißspitze (2.571 m). Die Zufahrt zum Parkplatz der Edelweißspitze bricht mit dem bisher gewohnten Komfort: Die zuvor breite Asphaltstraße verwandelt sich in einen schmalen Kopfsteinpflasterweg mit engen Serpentinen – eine wahre Zeitreise zu einem der spektakulärsten Aussichtspunkte der Strecke.

Vom Gipfel bietet sich ein 360°-Panorama mit 30 über 3.000 m hohen Gipfeln. Man sieht die Straße, wie sie sich durch die Berge schlängelt – sowohl die bereits zurückgelegten Kilometer als auch das noch zu bezwingende Asphaltband. Vom Gipfel geht es hinunter Richtung Süden. Die Straße steigt dann zunächst leicht an, bevor sie in einen flacheren Abschnitt übergeht.

An einem kleinen See lädt eine Hütte zu einer sonnigen Kaffeepause ein – aber nicht zu irgendeiner: Seit 2023 wurde die schlichte Holzhütte von F.A.T. Mankei, einem Unternehmen von Porsche-Enkel Ferdi Porsche, in ein exklusives Bergrefugium für Fans der Marke verwandelt. Nach der Pause unter Gleichgesinnten geht es weiter zum Hochtor-Pass, der am Ende eines etwa 300 m langen Tunnels liegt. Mit 2.504 m markiert er den höchsten Punkt der Straße und symbolisiert die Grenze zwischen Salzburg und Kärnten.

KOPFSTEINPFLASTER ZUR EDELWEISSSPITZE

Nach dem Pass wird die Abfahrt anspruchsvoller, mit steileren Passagen, die präzises Bremsen erfordern. Sechs Kilometer weiter ermöglicht ein Kreisverkehr einen Abstecher nach Westen zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, dem wohl bekanntesten Haltepunkt an der Strecke.

Diese Aussichtsplattform am Ende der Route bietet einen atemberaubenden Blick auf den Großglockner (3.798 m), Österreichs höchsten Berg, und der Pasterze, dem größten noch existierenden Gletscher der Ostalpen. Ein modernes Besucherzentrum beherbergt Ausstellungen, Museen, ein Restaurant und Terrassen mit Panoramablick. Ein Wanderweg führt hinunter zum Gletscher, der sich allerdings im Laufe der Jahrzehnte deutlich zurückgezogen hat.

Die Großglockner-Hochalpenstraße ist weit mehr als nur eine Alpenstraße – sie ist ein Gesamterlebnis, das Fahrspaß, spektakuläre Landschaften und ein einzigartiges Natur- und Automobilerbe vereint. Ob Autoliebhaber, Wanderer oder einfach nur Genießer atemberaubender Ausblicke: Diese Straße bietet eine unvergessliche Reise durch die österreichischen Alpen.

Für Porsche-Enthusiasten ist sie von besonderer Bedeutung, jede Kurve erzählt eine andere Geschichte der Marke. Den Großglockner in einem Porsche zu erfahren bedeutet auch die Geschichte zu erfahren, die den Ursprung dieser Legende bildet.


IM ÜBERBLICK:

  • ​LAND: ÖSTERREICH
  • REGION: SALZBURGER LAND UND KÄRNTEN
  • STRECKE: VON BRUCK NACH HEILIGENBLUT
  • HÖCHSTER PUNKT: EDELWEISSSPITZE
  • LÄNGE: CA. 48 KM
  • SEHENSWÜRDIGKEITEN: F. A.T. MANKEI, EDELWEISSSPITZE, HOCHTOR, KAISER- FRANZ-JOSEFS-HÖHE, PORSCHE MUSEUM GMÜND
  • ​Geöffnet von Mai bis Oktober.
  • Der Eintritt zum mautpflichtigen Abenteuer Großglockner Hochalpenstraße kostet 45 Euro.

​​​Erschienen in Ausgabe 2-2026.