In der Branche ist er bekannt als der »Vater aller Turbomotoren«. Hans Mezger, 1929 geboren, studiert Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Stuttgart. Anschließend verschlägt es ihn 1956 in die Versuchsabteilung von Porsche. Dort arbeitet er an der Entwicklung des Formel-2-Motors sowie des 1,5-Liter-Achtzylinders für die Formel 1. In den Jahren danach konstruiert er einen Großteil der berühmtesten Motoren des Hauses, unter anderem für die Modelle 911, 906, 908, 910 und 917 sowie die Can-Am-Rennwagen. Neben dem 935 und dem 956 wird der für die Firma TAG entwickelte Formel-1-Motor Mezgers Meisterwerk.
Sonnenbrille, lässige Pose, Kippe im Mundwinkel – James Dean wurde nur 24 Jahre alt, hat es aber dennoch geschafft, in Erinnerung zu bleiben. Porsche-Enthusiasten assoziieren mit ihm noch heute den silberfarbenen 550 Spyder, von dem er regelrecht besessen war. Hollywood bedeutet dem Schauspieler weniger als ein Leben im Auto. Er flüchtet aus der Kleinbürgerlichkeit der steifen 50er-Jahre, sucht nach Freiheit – und findet sie im Porsche mit der Nummer 130. Weggefährten berichten von einer nie ganz fassbaren Aura um James Dean herum. Von verachtenden Blicken und herzlichem Lachen. Von einer ganz besonderen Coolness. Von Rebellion. Der Spitzname seines Porsche: Little Bastard.
Als er 1969 Designchef bei Porsche wird, hat Anatole Lapine (2. v. l.) bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich. 1930 in Riga geboren, absolviert Lapine bei Daimler-Benz in Hamburg eine Lehre als Autoschlosser und geht anschließend nach Detroit zu General Motors, wo er gemeinsam mit Zora Arkus-Duntov an der Corvette arbeitet. Über ein Engagement bei Opel kommt der Gelegenheitsrennfahrer schließlich zu Porsche und prägt die Optik der Marke bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1988. Unter Lapines Leitung entstehen beispielsweise die Transaxle-Modelle 924, 928 und 944 in den 70er-Jahren. Auch die G-Serie des Porsche 911 geht auf Lapine zurück. Er entwirft die Faltenbälge und Prallflächen der Amerika-Version. Unter seinem Einfluss verändert sich der 911: weniger Chromschmuck, mattschwarze Fensterrahmen und Türgriffe sowie ein von tiefschwarzem Gummi umrahmter Heckspoiler. Nicht nur Schwarzes, auch Rosafarbenes erinnert an Lapine, so zum Beispiel der Spitzname des Porsche 917/20 Coupé: die »Sau«.
Vorstandsreferent, Vorstand, Sprecher des Vorstands und schließlich Vorstandschef – Wendelin Wiedeking zählt zu den erfolgreichsten deutschen Automanagern, arbeitete sich bei Porsche nach oben. Dort angekommen, 1992, leitet der gebürtige Westfale eine umfangreiche Sanierung ein. Porsche entwickelt sich vom Verlustbringer zu einem der profitabelsten Autohersteller der Welt. Der Börsenwert stieg von 300 Millionen Euro auf rund 25 Milliarden Euro im Jahr 2007. Nach dem Strategiewechsel bei der Porsche SE Mitte 2009 löst Wiedeking seinen Vertrag auf.
1952. In Dortmund wird die Westfalenhalle eingeweiht, die damals größte Sporthalle Europas. Alberto Ascari gewinnt die Weltmeisterschaft der Formel 1. Und Porsche legt mit dem Kundenmagazin »Christophorus« den Grundstein für eine außergewöhnliche Unternehmenskommunikation. Eine noch heute währende Liaison zwischen Fahrern und der Marke. Benannt nach dem Schutzpatron der Reisenden.
Richard-Alexander Ruthard Edi Wolf Eberhard von Frankenberg und Ludwigsdorff lautet der volle Name des 1922 geborenen studierten Maschinenbauers, der nach dem Krieg zunächst Motorradrennen fährt. Ab 1951 absolviert von Frankenberg Rundstreckenrennen und Rallyes für Porsche, zwischen 1953 und 1960 ist er Werksfahrer des Unternehmens. Auf der Berliner AVUS überlebt von Frankenberg 1956 einen spektakulären Unfall, als er in seinem Porsche 550 Spyder über eine Steilwand hinausschießt. Neben seiner erfolgreichen Rennfahrerkarriere ist der burschikose Adlige 1952 auch Gründer des Kundenmagazins »Christophorus«, dessen Chefre-dakteur er bis zu seinem Tod 1973 bleibt. Auch die erste Biografie über Ferdinand Porsche schreibt von Frankenberg – unter dem Pseudonym Herbert A. Quint.
In den 20er-Jahren fährt Maximilian Edwin Hoffmann, Spitzname Maxie, Auto- und Motorradrennen. Der gebürtige Wiener gründet 1934 gemeinsam mit einem Partner den Autohandel Hoffmann & Huppert und importiert unter anderem Volvo-Fahrzeuge nach Österreich. 1938 flieht er nach Frankreich und 1941 mit wenig Geld in den Taschen in die USA. Seinen Nachnamen ändert er in »Hoffman« und gründet 1947 in New York die »Hoffman Motor Company«. Auf der Park Avenue verkauft er europäische Luxusautos. Um den Porsche 356 in den USA bekannter zu machen, beteiligt sich der gebürtige Österreicher erfolgreich an Autorennen. Mitte der 50er-Jahre vertreibt er ein Drittel der gesamten Porsche-Produktion in den USA. Auf den Einfluss von Hoffman, auf dem Bild in einem Glöckler-Porsche sitzend, geht auch das berühmte Porsche-Wappen zurück.
24. Juni 1951, Le Mans: Eine junge Sportwagenmanufaktur hat in den vergangenen 24 Stunden den Grundstein für eine aufregende Rennsporthistorie gelegt. Mit ihrem aerodynamisch optimierten 356 SL Coupé aus Aluminium gewinnen der französische Porsche-Importeur Auguste Veuillet und sein Mitfahrer Edmond Mouche beim Le-Mans-Debüt der Marke gleich die Fahrzeugklasse bis 1,1 Liter. Seither hat es bei diesem Langstreckenklassiker kein Rennen mehr ohne Porsche gegeben. Die Bilanz: 19 Gesamtsiege. Kein Autohersteller ist in Le Mans erfolgreicher.
Der Porsche 917 ist ein Kraftakt, der den jungen Sportwagenhersteller an die Grenze der Belastbarkeit treibt. Denn Klassensiege genügen dem ehrgeizigen Chefentwickler nicht mehr: Ferdinand Piëch will in Le Mans unbedingt die Gesamtwertung gewinnen, und der 917 soll es richten. Doch der Zwölfzylinder-Sportwagen erweist sich jenseits der
300 km/h als zickig und nur schwer zu kontrollieren. Erst die neue Karosserievariante für 1970 bringt Besserung – und dank Hans Herrmann und Richard Attwood den ersehnten ersten Le-Mans-Gesamtsieg. Bis heute zählt der 917 zu den erfolgreichsten Rennwagen von Porsche überhaupt.
72-Stunden-Rekordfahrt: Auf der südlich von Paris gelegenen Rennstrecke von Montlhéry legte ein Rennfahrerteam auf dem Porsche 356 SL aus Gmünd mit dem neuen 1,5-Liter-Motor fast 11.000 Kilometer zurück. Das waren in Summe elf internationale Klassenrekorde, und mit einem Durchschnittstempo von 152,34 km/h wurde zugleich ein neuer Weltrekord aufgestellt.
In seiner Geburtsstadt Braunschweig studiert Oliver Blume Maschinenbau, an der Tongji-Universität in Shanghai promoviert er. Nach Stationen bei Audi, SEAT und Volkswagen übernimmt er 2013 den Posten als Porsche-Vorstand für Produktion und Logistik, seit Herbst 2015 ist er Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Die Herausforderung beschreibt er so: »Technologiesprünge in der Automobilindustrie motivieren uns zu neuem Denken in allen Bereichen. Es gilt, die Tradition von Porsche mit den Möglichkeiten der Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität zu verbinden.«
Anfang der 50er-Jahre konstruiert der promovierte Maschinenbauer bei Porsche den berühmten »Fuhrmann-Motor« mit Königswellen, auch Typ 547 genannt. 1956 verlässt er das Unternehmen Porsche und wechselt zu einem Kolbenringhersteller, 1971 kehrt er nach Zuffenhausen zurück als technischer Geschäftsführer. Ein Jahr später, 1972, wird er Vorstandsvorsitzender. Unter seiner Führung entwickelt der Sportwagenhersteller den Porsche 928, einen Gran Turismo mit V8-Frontmotor, der als Nachfolger des Porsche 911 gedacht ist.
»Der Mythos Porsche lebt und wird nie untergehen – verlassen Sie sich auf mich.«
2017
Ein Carrera S in Irischgrün ist der Porsche 911, der die Million der verkauften Exemplare vollmacht. Es ist Donnerstag, der 11. Mai 2017, als der Millionär durch ein weißes Tuch hindurch von der Produktionsstraße rollt. Und gleich ist klar: Der ist unverkäuflich. Denn der millionste 911 wird zwar eine kleine Weltreise zu Auto-Events in Europa, Amerika und Asien unternehmen, aber danach kommt er ins Museum nach Zuffenhausen. Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, blickt zurück: »Vor 54 Jahren durfte ich mit meinem Vater die erste Fahrt über die Großglockner-Hochalpenstraße machen. Dieses Gefühl in einem 911 genieße ich immer noch wie damals.«
2018 Vor wenigen Monaten feierte Dr. Wolfgang Porsche, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Porsche Automobil Holding SE sowie der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, seinen 75. Geburtstag. Der jüngste Sohn von Dorothea und Ferry Porsche gehört bereits seit 1978 dem Aufsichtsrat des Sportwagenherstellers an. Oliver Blume würdigt ihn mit den Worten: »Wolfgang Porsche ist nicht nur Namensträger unserer Marke, er ist auch die sympathische Identifikationsfigur unseres Unternehmens. Er war da, wann immer es nötig war (...).« Dr. Porsche lebt heute in Salzburg und auf dem »Schüttgut« in Zell am See. Seine Hauptaufgabe sah und sieht Dr. Porsche darin, das Werk seines Vaters Ferry und seines Großvaters Ferdinand in deren Sinne fortzuführen und die Interessen der Familienmitglieder auszugleichen und zusammenzuführen.