Porsche-Motorsport-Legende Peter Falk stirbt mit 93 Jahren

Porsche Fahrer

 · 26.01.2026

Peter Falk, Porsche 959 Paris-Dakar, 2022
Foto: Porsche AG

Vom Archäologen-Sohn zum Porsche-Ingenieur

Peter Falk wird am 27. November 1932 als Sohn eines Archäologen in Athen geboren. Nach einer Lehre als Autoschlosser studiert er Maschinenbau mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik in Stuttgart. Mit 23 Jahren bestreitet er seine erste Rallye als Co-Pilot seines Nachbarn und Werkstattinhabers Alfred Kling – und holt direkt den Klassensieg. Es folgen Triumphe bei der Rallye Genf und der Internationalen Deutschland Rallye 1957 sowie ein sechster Platz beim Straßenrennen Lüttich-Brescia-Lüttich.

1959 beginnt Falk als einer von nur zehn Mitarbeitern im Fahrversuch bei Porsche. Fünf Jahre später wechselt er in die Vorentwicklung und Rennbetreuung. Bei der Rallye Monte Carlo 1965 sitzt er als Co-Pilot neben Herbert Linge beim ersten internationalen Motorsporteinsatz eines Porsche 911. Von ursprünglich 237 gestarteten Teams erreichen nur 22 das Ziel – Falk und Linge auf Platz fünf des Gesamtklassements.

Sieben Le-Mans-Siege als Rennleiter

Von 1973 bis 1981 arbeitet Falk als Versuchsleiter in der Serienentwicklung der Baureihen 911, 924 und 928. Als Rennleiter verantwortet er ab den 1980er-Jahren die Erfolge des Porsche 956/962 in der Gruppe C: sieben Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, elf Weltmeistertitel, fünf Gesamtsiege in Daytona und zwei Gesamtsiege bei der Rallye Paris-Dakar 1984 und 1986. Der Sieg in Le Mans 1982 und der Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar 1984 zählen zu seinen persönlichen Höhepunkten.

„Ich habe immer gesagt, ich bin selber gar nichts, aber mein Team muss gut sein. Und das ist das Wichtigste", so Falks Motto. Rennfahrer wie Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck hoben seine Ruhe, Besonnenheit und seinen ausgeprägten Teamgeist hervor. Ende der 1980er-Jahre leitet Falk bis 1992 die Fahrwerkentwicklung und ist an der Neuentwicklung der vierten Generation des 911 (993) beteiligt.

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Technische Brillanz und feiner Humor

Bei Kollegen und Rennfahrern gilt Falk als außergewöhnlicher Theoretiker und Praktiker zugleich, der den Teamgedanken stets über persönliche Anerkennung stellt. Neben seiner technischen Brillanz schätzen viele auch sein Menschsein und seinen feinen Sinn für Humor. Falk treibt die Entwicklung vieler Modelle voran – vom 904 bis zum 917 für Rundstrecken und Bergrennen.

„Wir trauern um Peter Falk und sind in Gedanken bei seiner Familie", sagt Dr. Michael Steiner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes für Forschung und Entwicklung bei der Porsche AG. „Er war mehr als ein Ingenieur und Rennleiter. Er war ein Visionär und Wegbereiter – und der Marke Porsche immer eng verbunden."

Zeitzeuge bis ins hohe Alter

Nach dem Beginn seines Ruhestands 1993 bleibt der gebürtige Grieche dem Unternehmen eng verbunden. Viele Jahre steht er dem Team Porsche Heritage und Museum als Zeitzeuge und Interviewpartner zur Verfügung. Auf renommierten Klassik-Veranstaltungen ist er häufig zu Gast oder an der Organisation von Oldtimer-Rallyes beteiligt. Peter Falk hinterlässt seine Frau Ruth und eine Tochter. Er stirbt am 23. Januar 2026 im Alter von 93 Jahren.

Im Überblick

Geboren27. November 1932 in Athen
Gestorben23. Januar 2026
Alter93 Jahre
Porsche-Eintritt1959
Ruhestand1993
Le-Mans-Siege als Rennleiter7
Weltmeistertitel (Gruppe C)11
Paris-Dakar-Siege2 (1984, 1986)
Daytona-Gesamtsiege5