Hans-Joachim Stuck wird 75 Jahre alt

Delius Klasing

 · 14.01.2026

Hans-Joachim Stuck, Porsche 962 C, 2021
Foto: Porsche AG

Vom Bergkönig-Sohn zum Langstreckenspezialisten

Hans-Joachim Stuck wird am 1. Januar 1951 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Sein Vater Hans Stuck verdient sich in den 1920er- und 1930er-Jahren bei Bergrennen das Attribut „der Bergkönig". Mit 16 Jahren absolviert der Sohn dank einer Sondergenehmigung den Führerschein. 1969 bestreitet er sein erstes Rennen auf einem BMW 2002 am Nürburgring. Bereits ein Jahr später gewinnt er das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring auf BMW 2002. 1972 wird er Deutscher Rennsportmeister auf Ford Capri RS, 1974 Vize-Europameister Formel 2 auf March-BMW 742. 1975 siegt er bei den 12 Stunden von Sebring auf BMW 3.5 CSL.

In den folgenden Jahren entwickelt sich Stuck als vielseitiger Fahrer. 1977 und 1978 fährt er in der Formel 1 auf Brabham-Alfa und Shadow-Ford-Cosworth. 1979 startet er in der Formel 1 auf ATS-Ford-Cosworth und gewinnt die Procar-Serie mit einem BMW M1. 1981 und 1983 wird er Zweiter bei der Deutschen Rennsportmeisterschaft auf BMW 320. Am Steuer eines BMW 635 CSi sichert er sich 1984 den zweiten Platz in der Tourenwagen-Europameisterschaft.

Erfolgreichste Phase mit dem Porsche 962

Ab Mitte der 1980er-Jahre beginnt für Stuck die erfolgreichste Phase seiner Laufbahn. Am Steuer des Porsche 962 wird er 1985 mit Derek Bell auf einem 962 C Endurance-Fahrer-Weltmeister. 1986 und 1987 gewinnt er den ADAC Supercup, 1986 und 1988 die 12 Stunden von Sebring auf Porsche 962 IMSA. 1986 siegt er bei den 24 Stunden von Le Mans. Ein Jahr später folgt der nächste Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, ebenfalls auf Porsche. 1988 wird er Zweiter bei den 24 Stunden von Le Mans.

„Hans-Joachim Stuck hat Großes für Porsche geleistet. Seine Leistungen auf der Langstrecke, insbesondere seine Erfolge am Steuer des Porsche 962, zählen bis heute zu den wegweisenden Momenten in der Motorsporthistorie von Porsche", sagt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „Wir danken ihm für seinen Einsatz und wünschen ihm zu seinem 75. Geburtstag alles Gute."

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Seine Fähigkeit, über lange Distanzen konstant schnell zu fahren, macht ihn zu einem zentralen Bestandteil des Porsche-Werksteams. Sein Feedback gilt in Testphasen als besonders wertvoll für die Weiterentwicklung der Fahrzeuge.

Weitere Erfolge bis zum Karriereende

Sein weiterer Karriereverlauf zeigt die Vielseitigkeit des gebürtigen Oberbayers: 1990 wird er Deutscher Tourenwagenmeister auf Audi V8 quattro, 1993 IMSA-Supercar-Champion auf Porsche 911 Turbo 3.6 IMSA Supercar. 1998 gewinnt Stuck das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring auf BMW 320 Diesel. 2004 triumphiert er beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und 2006 beim 24-Stunden-Rennen in Dubai.

Weitere Erfolge folgen: fünf Klassensiege in der VLN Nürburgring auf BMW Z4, ein Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring auf VW Scirocco im Jahr 2008. Sein Abschiedsrennen in der Eifel bestreitet er drei Jahre später anderem mit seinen Söhnen Johannes und Ferdinand Stuck auf Lamborghini Gallardo GT3 PL600+. 2021 wird er Vize-Europameister GT2 auf KTM X-Bow. Seine aktive Rennkarriere endet 2011.

Botschafter des historischen Motorsports

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere bleibt Stuck dem Motorsport verbunden. Als Experte und Markenbotschafter ist er bei historischen Veranstaltungen präsent. Von 2012 bis 2020 macht er sich als Präsident des Deutschen Motor Sport Bunds für die Nachwuchsförderung stark. Im Einsatz für das Team Porsche Heritage und Museum bringt er seine Erfahrungen einem breiten Publikum näher. Seine lebendige Art, über Erfolge und Herausforderungen zu sprechen, macht ihn zu einem wichtigen Zeitzeugen einer Ära, die den internationalen Langstreckensport maßgeblich beeinflusst hat.

Im Überblick: Hans-Joachim Stuck

Geburtsdatum1. Januar 1951
GeburtsortGarmisch-Partenkirchen
Le-Mans-Siege1986, 1987
Endurance-WM1985 (mit Derek Bell)
ADAC Supercup1986, 1987
IMSA-Supercar-Titel1993
DTM-Titel1990 (Audi V8 quattro)
Karriereende2011

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