LEDERPFLEGE - AUS LIEBE ZUM LEDER

Sarah Mörz

 · 10.10.2026

Bild 1
Foto: Porsche AG
Wer einen Porsche mit Lederausstattung bewegt, sitzt auf einem Material, das Jahrzehnte halten kann. Die Voraussetzung? Gute Pflege.

Krümel, Kaffeetropfen, dunkle Jeans, Straßenschmutz – die Ledersitze eines Porsche müssen einiges aushalten. Damit sie über viele Jahre ansehnlich, widerstandsfähig und geschmeidig bleiben, brauchen sie die richtige Zuwendung. Bei jungem Leder, das vom Gerber frisch präpariert ist, genügt eine Reinigung und Pflege einmal im Jahr. Älteres Leder wird schneller spröde und trocken und benötigt regelmäßigere Betreuung – etwa alle sechs bis zwölf Monate.

Eine Ausnahme bilden helle Lederbezüge: Sie sind besonders anfällig für Umwelteinflüsse und Farbabriebe und sollten alle drei Monate gesäubert und versiegelt werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen darüber hinaus bestimmte Stellen, die überproportional beansprucht werden. Vor allem die Einstiegswange des Fahrersitzes leidet früh – ebenso Lederlenkrad und Schaltknauf. Hier sollte die Pflegeintensität auf alle drei Monate erhöht werden, um Verfärbungen und Verschleißspuren rechtzeitig vorzubeugen.

SO WIRD RICHTIG GEREINIGT

Zunächst wird der grobe Schmutz entfernt: Das Interieur vorsichtig absaugen, dann die Sitze mit einer weichen Bürste trocken abbürsten. Sitzt der Schmutz tief in Ritzen und Nähten, lässt sich auch eine Druckluft-Spraydose einsetzen.

Dann trägt man eine kleine Menge Lederreiniger mithilfe der Bürste flächendeckend auf – von Naht zu Naht, immer in eine Richtung. Bei perforierten Ledersitzen empfiehlt sich Reinigungsschaum, aufgetragen mit einem Schwamm: So werden die feinen Löcher nicht verstopft. Nach kurzer Einwirkzeit kann das Reinigungsmittel mit einem leicht angefeuchteten Tuch wieder abgewischt werden.

Bei stärkeren Verschmutzungen können geringe Mengen Waschbenzin oder Spezialreiniger helfen. Es gibt zudem spezielle Hygienereiniger für Leder, die materialschonend säubern und desinfizieren. Von handelsüblichen Desinfektionsmitteln ist abzuraten: Der hohe Alkoholgehalt kann die Lederfarbe lösen.

LIEBER REGELMÄSSIG UND SPARSAM PFLEGEN ALS SELTEN UND IM ÜBERMASS

Grundsätzlich gilt: Bei jeder Lederreinigung sehr sparsam und vorsichtig mit Wasser umgehen. Besonders bei älterem Glattleder, Rauleder sowie belüfteten und perforierten Sitzen ist Vorsicht geboten. Nach der Reinigung sollte der Innenraum bei guter Durchlüftung und warmen Temperaturen vollständig trocknen, bevor die Pflege beginnt.

SO WIRD RICHTIG GEPFLEGT

Mit der Zeit verliert Leder Fett – und wird spröde und trocken, was zu unschönen Rissen führen kann. Eine sogenannte Rückfettung beugt diesem Verschleiß vor und schützt vor dem Austrocknen. Spezielle Pflegemilch oder Lotionen, häufig mit UV-Filtern und imprägnierender Wirkung, bewahren zusätzlich die Farbe vor dem Ausbleichen und verhindern im Ansatz die Schimmelbildung – gerade bei Cabrios ein ernst zu nehmender Punkt.

Beim Auftragen gilt: Weniger ist mehr. Zu viel Pflegemittel riskiert weiße Ränder und Verfärbungen. Wer möchte, kann abschließend eine Schutzversiegelung aufbringen – so bleiben die Ergebnisse länger erhalten.

Und zum Ende eine klare Warnung: Hände weg von Mitteln, die nicht speziell für Lederausstattung entwickelt wurden! Schuhcreme färbt auf die Kleidung ab. Felgenreiniger und ähnliche Produkte greifen das Leder an. Mittel mit verderblichen Fetten und Ölen oxidieren und verursachen einen hartnäckigen Geruch. Wer seinen Porsche so behandelt, hat ihn nicht verdient – und das Leder erst recht nicht.

​Erschienen in Ausgabe 6-2026

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