Porsche schließt Batteriekreislauf mit recycelten Rohstoffen

Porsche Fahrer

 · 17.09.2026

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Foto: Porsche AG

Vom Porsche zum Porsche: Geschlossener Materialkreislauf

Porsche hat im September 2026 Batteriezellen produziert, deren Kathoden-Aktivmaterial zu hundert Prozent aus recycelten Rohstoffen besteht. Die Materialien – Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan – stammen ausschließlich aus ausgedienten Hochvoltbatterien von Porsche-Fahrzeugen. Das Recyclingunternehmen cylib verarbeitet die Altbatterien in einem wasserbasierten Verfahren und gewinnt die Rohstoffe zurück. Anschließend werden sie zu neuem Aktivmaterial für Batteriekathoden aufbereitet.

„Mit Batteriezellen aus vollständig recycelten Rohstoffen wie beispielsweise Lithium oder Kobalt haben wir einen wichtigen technologischen Meilenstein erreicht", sagt Joachim Scharnagl, Vorstand für Beschaffung bei Porsche. Das Pilotprojekt läuft seit 2025 und hat nun die Phase erreicht, in der recycelte Materialien erstmals Primärrohstoffe vollständig ersetzen. Die im Projekt hergestellten Batteriezellen testet Porsche derzeit in Testfahrzeugen Praxisbedingungen. Erste Ergebnisse zeigen eine mögliche technische Eignung des Ansatzes. Weitere Testergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

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Das Projekt zielt auf zwei Aspekte: die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe und die Qualitätssicherung des recycelten Materials. Die Batteriezellen müssen die hohen Anforderungen von Porsche an Wertigkeit und Performance erfüllen. Die Erkenntnisse aus den Tests sollen die Grundlage für einen möglichen Einsatz in Serien-Batteriezellen bilden.

Recyclingprozess: Von der Altbatterie zur Schwarzmasse

Der Recyclingprozess beginnt in den deutschen Porsche-Zentren. Seit Mai 2026 sammelt Porsche dort ausgediente Hochvoltbatterien und transportiert sie zu cylib. Das Unternehmen betreibt ein integriertes Netzwerk in Deutschland mit Standorten in Aachen, Dormagen und Wernberg-Köblitz. In Wernberg-Köblitz erfolgen Demontage und mechanische Aufbereitung der Batterien.

Die Batterien werden zunächst entladen und demontiert. Anschließend zerkleinert cylib sie mechanisch. Das zerkleinerte Material wird zu sogenannter Schwarzmasse verarbeitet – einem Pulver, das die wertvollen Rohstoffe enthält. Im nächsten Schritt extrahiert cylib die einzelnen Materialien mittels hydrometallurgischer Verarbeitung in Dormagen. Dieser Prozess arbeitet wasserbasiert und vermeidet energieintensive Hochtemperaturverfahren.

„cylib schließt den Kreislauf im Batterierecycling – von der ausgedienten Batterie bis zum Rohstoff", sagt Dr. Lilian Schwich, Co-CEO und Mitgründerin von cylib. Das Unternehmen wurde 2022 in Aachen von Dr. Lilian Schwich, Paul Sabarny und Dr. Gideon Schwich gegründet und ist aus der Forschung an der RWTH Aachen University hervorgegangen. Die gewonnenen Rohstoffe führt cylib auf einem Materialkonto, das Porsche und ausgewählten Partnerunternehmen ab 2028 für die Batteriezellproduktion zur Verfügung steht.

Rohstoffresilienz und europäische Wertschöpfung

Das Recyclingprojekt verfolgt neben der Kreislaufwirtschaft auch das Ziel, die Abhängigkeit von globalen Rohstoffquellen zu reduzieren. Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan werden derzeit überwiegend außerhalb Europas abgebaut und verarbeitet. Die Lieferketten sind anfällig für geopolitische Spannungen und Preisschwankungen. Mit dem Recycling in Europa baut Porsche eine alternative Rohstoffquelle auf.

Ab 2028 sollen die in Deutschland recycelten Batterierohstoffe in Hochvoltbatterien für Porsche-Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Mengen hängen von der Verfügbarkeit ausgedienter Batterien ab. Da die Elektromobilität bei Porsche erst seit wenigen Jahren wächst, fallen aktuell noch relativ wenige Altbatterien an. Mit steigender Zahl von Elektrofahrzeugen wird auch die Menge recycelbarer Batterien zunehmen.

Das Projekt ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Porsche. Das Unternehmen fördert die Verwendung ökologisch nachhaltigerer Materialien sowie kreislauffähige Konzepte entlang der Wertschöpfungskette. Neben dem Batterierecycling gehören dazu der Einsatz zirkulärer Materialien, die Vermeidung von Abfällen und die Wiederaufbereitung von Fahrzeugkomponenten.

Integration in den regulären Entsorgungsprozess

Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt fließen bereits in den regulären Batterieentsorgungsprozess von Porsche ein. Die Partnerschaft mit cylib ermöglicht das systematische Recycling ausgedienter Hochvoltbatterien aus allen deutschen Porsche-Zentren. Der Prozess ist seit Mai 2026 etabliert und verarbeitet kontinuierlich Altbatterien.

Die recycelten Rohstoffe werden auf dem Materialkonto geführt und stehen ab 2028 für die Produktion neuer Batteriezellen zur Verfügung. Porsche plant, die gewonnenen Materialien sowohl für eigene Fahrzeuge als auch für ausgewählte Partnerunternehmen bereitzustellen. Die genauen Mengen und Verteilungsschlüssel sind noch nicht bekannt.

Das Projekt zeigt, dass Batterierecycling technisch machbar ist und Rohstoffe in ausreichender Qualität zurückgewinnen kann. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die recycelten Materialien auch Serienbedingungen die Anforderungen erfüllen. Porsche will mit dem Projekt Erfahrungen sammeln, die für die künftige Skalierung des Recyclings notwendig sind.


Technische Daten im Überblick

Recycelte Kathoden-MaterialienLithium, Nickel, Kobalt, Mangan
Anteil recycelter Rohstoffe im Aktivmaterial100 Prozent
Start reguläres RecyclingMai 2026
Verfügbarkeit für Zellproduktionab 2028
Recycling-StandorteAachen, Dormagen, Wernberg-Köblitz
Gründungsjahr cylib2022

Auf einen Blick

  • Porsche produziert erstmals Batteriezellen mit Kathoden-Aktivmaterial aus hundert Prozent recycelten Rohstoffen aus eigenen Hochvoltbatterien
  • Das Recyclingunternehmen cylib verarbeitet seit Mai 2026 Altbatterien aus deutschen Porsche-Zentren mit einem wasserbasierten Verfahren
  • Die recycelten Rohstoffe Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan werden auf einem Materialkonto geführt und stehen ab 2028 für die Batteriezellproduktion zur Verfügung
  • Porsche testet die im Pilotprojekt hergestellten Batteriezellen derzeit in Testfahrzeugen, weitere Ergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet
  • Das Projekt zielt auf Kreislaufwirtschaft und Reduktion der Abhängigkeit von globalen Rohstoffquellen durch europäische Wertschöpfung
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