Porsche dominiert Daytona seit 67 Jahren

Porsche Fahrer

 · 16.01.2026

Porsche 963, Porsche 917, Daytona, 2023
Foto: Porsche AG

Der erste Triumph 1959

Am 5. April 1959, nicht einmal zwei Monate nach Eröffnung des Daytona International Speedway, gewinnen die Argentinier Roberto Mieres und Antonio von Döry das erste Sportwagenrennen auf der Kombination aus NASCAR-Oval und Infield-Strecke. Sie fahren einen Porsche 718 RSK. Das ursprünglich auf 1.000 Kilometer angesetzte Rennen wird nach sechs Stunden wegen einbrechender Dunkelheit abgebrochen. Platz zwei geht ebenfalls an einen Porsche – Bob Said und Art Bunker aus den USA folgen im baugleichen Modell. Der Veranstalter United States Auto Club (USAC) taucht nicht in den offiziellen IMSA-Statistiken auf, der sportliche Wert bleibt davon unberührt.

Die IMSA setzt ihre Geschichtsschreibung erst 1962 an. Damals dauert das Rennen drei Stunden, 1963 ebenfalls. In den beiden Folgejahren werden 2.000 Kilometer gefahren. Erstmals 24 Stunden lang rund um die Uhr fahren die Prototypen und GT-Wagen 1966.

Kurioses Siegerfoto 1968

Am 4. Februar 1968 folgt der erste Gesamtsieg eines Porsche bei einem 24-Stunden-Rennen in Daytona. Ein 907 LH der Nennung von Porsche System Engineering überquert mit großem Abstand als Erster die Ziellinie, gefolgt von zwei baugleichen Autos. Auf Anweisung von Rennleiter Huschke von Hanstein springen in der Schlussphase auch die Werkspiloten Jo Siffert, Rolf Stommelen und Hans Herrmann für jeweils fünf Runden in die führende Startnummer 54 von Vic Elford und Jochen Neerpasch. Damit gilt das Trio ebenfalls als Sieger des Rennens. Siffert und Herrmann steigen zudem als Zweitplatzierte ein weiteres Mal auf das Podest.

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Zum Start in die 1970er-Jahre dominiert der Porsche 917 KH der Nennung von John Wyer Engineering. Die pfeilschnellen Rennwagen aus Weissach gewinnen 1970 und 1971 in der legendären Gulf-Lackierung und liefern sich dabei einen begeisternden Kampf mit Ferrari.

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Brumos beginnt seine Siegesserie

1973 bezwingt der Porsche 911 Carrera RSR des späteren Daytona-Rekordsiegers Hurley Haywood und seines Partners Peter Gregg die große Konkurrenz. Gregg führt das Team Brumos Porsche, das die Geschichte von Daytona wie kein zweites prägt. 1975 und 1977 folgen weitere Erfolge des 911 Carrera RSR. Dann schließt sich eine Siegesserie an, die bis 1987 anhält: zunächst mit Derivaten des 935, dann mit dem 962 – einzig unterbrochen von einem Triumph eines March im Jahr 1984, allerdings angetrieben von einem Porsche-Motor.

„Die Porsche-Ingenieure hatten damals auf jede Problemstellung eine innovative Antwort", erinnert sich Hurley Haywood, fünfmaliger Gesamtsieger der 24 Stunden von Daytona. Er nennt den 962 als Beispiel: „Das Auto war die Antwort auf die Tatsache, dass die IMSA den Porsche 956 in Nordamerika nicht zuließ, weil dort die Füße des Fahrers vor der Vorderachse lagen. Porsche verlegte die Sitzposition kurzerhand nach hinten, verlängerte den Radstand – so war mit dem 962 eines der erfolgreichsten Rennautos aller Zeiten geboren."

Sensationeller GT-Triumph 2003

Von 1985 bis 1991 fahren die Sieger einen Porsche 962 mit dem Beinamen IMSA. Ein bis heute kaum fassbares Glanzlicht folgt 2003: Gegen die nominell übermächtigen Daytona-Prototypen der Topklasse fährt der Porsche 911 GT3 RS zum Gesamtsieg. Die beiden Amerikaner Kevin Buckler und Michael Schrom teilen sich den Elfer der Racer's Group mit den heutigen Porsche-Markenbotschaftern Timo Bernhard und Jörg Bergmeister.

„Wir hatten bereits früh im Rennen einige Runden Vorsprung – aber keinesfalls so, dass wir uns ausruhen und das Auto nur noch ins Ziel hätten tragen können. Im Gegenteil: Wir waren in einer Situation, die wir uns niemals vorgestellt hatten. Mit einem GT-Auto auf Kurs zum Gesamtsieg? Eigentlich undenkbar", erinnert sich Bergmeister. „In der Nacht hatten wir an der Box ein Gespräch nach dem Motto: ‚Unglaublich, aber hier geht was!' Erst da reifte anfängliche Verwunderung zu einem konkreten und letztlich erfolgreichen Plan", ergänzt Bernhard.

Porsche 963 setzt die Tradition fort

Nach einem Intermezzo mit DPi-Fahrzeugen gibt es seit 2023 ein gemeinsames technisches Reglement mit der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Porsche entwickelt gemeinsam mit Partnern den Hybridprototypen 963 und setzt diesen dem Banner von Porsche Penske Motorsport sowohl in der WM als auch in der IMSA-Serie ein. Vor allem in Nordamerika gelingt dies mit riesigem Erfolg: Daytona-Siege 2024 und 2025, in beiden Jahren Gewinn aller GTP-Meistertitel.

„Wir wollen mehr", stellt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport, mit Blick auf die neue Saison klar. „Im Jubiläumsjahr von Porsche Motorsport und zum 60. Geburtstag von Team Penske haben wir klare Ziele: Dritter Daytona-Sieg in Folge mit dem Porsche 963 und wir wollen auch in 2026 um Titel in der IMSA-Serie kämpfen."

Im Überblick

Erster Sieg1959 (718 RSK)
Erster 24h-Gesamtsieg1968 (907 LH)
Gesamtsiege 1970er917 KH (1970, 1971), 911 Carrera RSR (1973, 1975, 1977)
Gesamtsiege 1980er935 und 962 (1978-1987, 1989, 1991)
Gesamtsiege 2000er911 GT3 RS (2003)
Gesamtsiege 2020er963 (2024, 2025)
RekordsiegerHurley Haywood (5 Gesamtsiege)

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