Porsche Carrera GT erhält Lackierung im legendären Salzburg-Design von 1970

Porsche Fahrer

 · 22.01.2026

Carrera GT im Salzburg-Design
Foto: Porsche AG

Komplettüberholung mit historischem Vorbild

Victor Gómez, Geschäftsführer eines Automobilhandelsunternehmens aus Puerto Rico, hat seinen 20 Jahre alten Carrera GT durch das Factory Re-Commission-Programm von Porsche Sonderwunsch grundlegend überarbeiten lassen. Das Fahrzeug wurde komplett zerlegt, der V10-Motor von Grund auf überholt und die Carbon-Teile neu beschichtet. Der ursprünglich silberfarbene Supersportwagen trägt nun die rot-weiße Lackierung des 917 Kurzheck, mit dem Hans Herrmann und Richard Attwood 1970 in Le Mans den ersten Gesamtsieg für Porsche errangen.

Die Übertragung des Salzburg-Designs auf den Carrera GT stellte die Sonderwunsch-Experten vor Herausforderungen. Geometrie, Abmessungen und Spaltmaße unterscheiden sich grundlegend vom 917. Designer Grant Larson und sein Team erstellten zunächst Skizzen und Renderings. Um den dynamischen Linienverlauf zu überprüfen, klebten sie den Carrera GT mit Tape-Bändern ab, bevor Schablonen für die Lackierung angefertigt wurden. „Die Sonderwunsch-Experten haben mit großer Leidenschaft und Liebe zum Detail gearbeitet", sagt Gómez. „Nun besitze ich einen Carrera GT im Neuzustand, mit null Kilometern auf dem Tacho."

Mattschwarzes Carbon als Kontrast

Die Lackierung in Indischrot und Weiß erfolgte von Hand. Eine durchsichtige Folierung schützt die Oberfläche, da Gómez den Wagen auf den Straßen Puerto Ricos bewegen will. Die berühmte Startnummer 23 des Le-Mans-Siegers findet sich auch auf dem Carrera GT. Mattschwarzes Carbon bildet einen Kontrast zur rot-weißen Lackierung: Dachhälften, A- und B-Säulen, Spiegelkappen, Luftführung im Bugteil und Heckdiffusor sind damit ausgeführt. Die Gitter des Motordeckels erhielten eine schwarze Eloxierung. Die Leichtmetallräder im originalen Fünfspeichen-Design sind schwarz lackiert und tragen ein farbiges Porsche-Wappen.

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Gómez reiste mehrfach nach Deutschland, um das Projekt zu begleiten. Das Factory Re-Commission-Programm ermöglicht Kunden, bereits im Besitz befindliche Fahrzeuge technisch in einen Null-Kilometer-Zustand versetzen zu lassen. Parallel erfolgt eine Neugestaltung von Exterieur und Interieur mit individuellen Farb- und Materialoptionen. Designer und Entwickler prüfen die Kundenwünsche auf Umsetzbarkeit und arbeiten die Details bis zur technischen Freigabe aus. Die aktuellen Fahrzeugdaten werden an das Unternehmensarchiv übermittelt.

Alcantara in Indischrot im Innenraum

Die Porsche-Sattlerei bezog zahlreiche Oberflächen im Innenraum mit Alcantara in Indischrot: Teile der Armaturentafel und Türverkleidungen, den Lenkradkranz und die Mittelkonsole. Auch die Verkleidung des vorderen Gepäckraums und das Kofferset erhielten dieses Material. Als Kontrast kommt mattes Carbon bei den Sitzschalen, der Blende der Luftdüsen und der Instrumentenabdeckung zum Einsatz. Bei Mittelbahnen, Seitenwangen und Kopfstützen der Sitze verarbeiteten die Spezialisten schwarzes FIA-Textil aus dem 918 Spyder – einen nicht brennbaren Motorsport-Stoff.

Der Carrera GT kam 2003 auf den Markt und erreichte 330 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Kohlefaser-Chassis und der mittig platzierte Motor basieren auf Rennsporttechnologie. Den V10-Saugmotor entwickelte Porsche ursprünglich für Le Mans. In der Serienversion beträgt der Hubraum 5,7 Liter, die Leistung 450 kW (612 PS) bei einem Leergewicht von 1.380 Kilogramm. Das Salzburg-Design geht auf das Autohaus „Porsche Alpenstraße" im Süden der österreichischen Stadt zurück, das 1970 zwei 917 für Le Mans vorbereitete – darunter das Siegerfahrzeug mit der Startnummer 23.


Im Überblick

ModellCarrera GT (Modelljahr 2005)
MotorV10-Saugmotor, 5,7 Liter
Leistung450 kW (612 PS)
Leergewicht1.380 kg
Höchstgeschwindigkeit330 km/h
LackierungIndischrot/Weiß (Salzburg-Design)
BesonderheitFactory Re-Commission, Null Kilometer

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