Top Gear Producer Andy Wilman wählt Botswanas Salzpfannen zur perfekten Ausfahrt

Porsche Fahrer

 · 23.09.2026

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Foto: Porsche
Top Gear Producer Andy Wilman
Andy Wilman, Executive Producer von Top Gear und The Grand Tour, nennt eine Fahrt über die Makgadikgadi-Salzpfannen in Botswana als seine denkwürdigste Ausfahrt – ohne Asphalt, ohne Kurven.

Vom Polarkreis nach Botswana

Wer in mehr als 70 Ländern Straßen erlebt hat, entwickelt einen eigenen Blick auf die perfekte Ausfahrt. Andy Wilman, Executive Producer von Top Gear, The Grand Tour und Clarkson's Farm, hat vom geschäftigen Irak bis in die eisigen Weiten des Polarkreises gedreht. Seine Wahl für den idealen Sunday Drive überrascht dennoch: Sie kommt ohne geschwungene Kurven, ohne perfekten Asphalt und streng genommen sogar ohne Straße aus. Wilman, der gerade sein Buch „Mr Wilman's Motoring Adventure" veröffentlicht hat, führt zurück zu den Makgadikgadi-Salzpfannen in Botswana. Die gewaltige, von einer Salzkruste überzogene Ebene war einst Teil eines prähistorischen Sees, der größer gewesen sein soll als die Schweiz.

„Eine gute Ausfahrt ist im Grunde wie ein gutes Essen in einem Restaurant", sagt Wilman. „Das Auto und die Straße sind die Zutaten. Doch was wirklich zählt, sind die Menschen, die Atmosphäre und die Erinnerungen." Mit einer Spitzenreichweite von etwa 350 Millionen Zuschauern hat Top Gear Menschen weltweit an unzähligen Routen teilhaben lassen. Die Fahrt, die Wilman bis heute am lebhaftesten in Erinnerung geblieben ist, begann jedoch erst nach den Dreharbeiten zum letzten Grand Tour-Special in Botswana.

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Konvoi über tückische Salzkruste

Nach Abschluss der Dreharbeiten machte sich das Team von Kubu Island aus auf den Rückweg zum Camp – quer über die Salzpfannen. In seinem neuen Buch beschreibt Wilman die Fahrt: „Es war wie ein Bataillon aus Star Wars – überall rote Rücklichter und aufwirbelnder Staub. Neben dir fahren ganze Phalanxen von Scheinwerfern, und du weißt: Wenn nur ein Fahrzeug im weichen Salz stecken bleibt, kommt der gesamte Konvoi zum Stillstand. Es ist eine echte Herausforderung, weil der salzige Untergrund ständig am Lenkrad zerrt und man das Tempo halten musst. Niemand darf den Anschluss verlieren, also bleibt man dicht beieinander. Und genau das vermittelt ein unvergleichliches Gefühl von Lebendigkeit."

Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde. Die Salzkruste erwies sich als tückisch: Bereits das Geradeausfahren wurde zur Herausforderung, weil der Untergrund permanent am Lenkrad zerrte. Das Team musste geschlossen fahren, um niemanden zu verlieren. „Die ganze Welt war unser Spielplatz", sagt Wilman. „Für mich war es ein unglaubliches Privileg, auf einigen der schlechtesten Straßen der Welt unterwegs zu sein. Denn wer bekommt schon die Gelegenheit dazu?" Für Wilman verkörpert diese Fahrt alles, was einen perfekten Sunday Drive ausmacht: kein Asphalt, keine Ideallinie, keine Leitplanken – dafür eine raue Landschaft, ein gemeinsames Ziel und ein Erlebnis, das allen Beteiligten dauerhaft in Erinnerung bleibt.

Von Budget-Challenges zum Macan

Porsche spielte in der Geschichte von Top Gear eine wichtige Rolle – von den Budget-Challenges mit 924, 944 und 928 bis zum Vergleich der sogenannten „Holy Trinity" in The Grand Tour, bei dem sich der 918 Spyder gegen LaFerrari und McLaren P1 behauptete. Wilmans persönlicher Geschmack war jedoch stets bodenständiger. „Im Grand Tour-Büro haben sie sich immer über mich lustig gemacht, weil ich von allen verfügbaren Pressefahrzeugen ausgerechnet die langweiligen ausgesucht habe", erzählt er.

Das änderte sich vor wenigen Jahren. Auf der Suche nach einem komfortablen Reisewagen mit ordentlicher Reichweite und dem Segen seiner Kollegen entschied sich Wilman für seinen ersten Macan. Auf den ersten folgte ein zweiter, später ein dritter. „Wenn man ein SUV in Macan-Größe sucht, warum sollte man dann nicht einfach einen Macan kaufen?", sagt er. Das Modell habe seinen Blick auf die perfekte Ausfahrt verändert.

Friedlichere Reisen nach Süditalien

„Ich bin heute viel gelassener", erzählt Wilman. „Kein Chaos mehr. Ich genieße inzwischen ein wunderbares, ganz normales Leben und fahre mit meiner Frau und unserem Hund zu unserem Haus in Süditalien." Nach Wüsten, Geröllpisten und spektakulären Expeditionen pflegt er nun eine langsamere Gangart. „Ich habe so viel erlebt", sagt Wilman. „Das hier ist eine friedlichere Reise. Eigentlich sogar die perfekte: Italien, in unserem Macan."

Die Salzpfannen Botswanas bleiben dennoch die denkwürdigste Fahrt. Nicht wegen perfekter Straßenverhältnisse oder idealer Kurven, sondern wegen der Atmosphäre, der Menschen und der Erinnerungen. Wilmans Ansatz zeigt: Die perfekte Ausfahrt definiert sich nicht über technische Parameter oder optimale Bedingungen. Sie entsteht dort, wo Erlebnis und Umstände zusammentreffen – ob auf salziger Kruste in Botswana oder auf dem Weg nach Süditalien.


Auf einen Blick

  • Andy Wilman nennt eine einstündige Fahrt über die Makgadikgadi-Salzpfannen in Botswana als seine denkwürdigste Ausfahrt
  • Die Salzkruste der prähistorischen Seefläche erwies sich als tückisch und zerrte permanent am Lenkrad
  • Wilman hat in mehr als 70 Ländern für Top Gear und The Grand Tour gedreht, mit einer Spitzenreichweite von 350 Millionen Zuschauern
  • Nach Jahren mit Pressefahrzeugen fährt Wilman heute seinen dritten Macan privat
  • Seine aktuelle perfekte Ausfahrt führt mit Frau und Hund nach Süditalien zum eigenen Haus

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