Porsche Klassik
· 01.01.2026
Es gibt diese besonderen Momente, in denen der erste Eindruck nicht die ganze Wahrheit zeigt. Der Lack glänzt, die Linienführung wirkt makellos, der Innenraum präsentiert sich beinahe wie im Neuzustand. Nach dem ersten Motorstart sagt mir mein technisches Gefühl: Hier stimmt etwas nicht. In solchen Fällen greife ich auf ein Werkzeug zurück, das vielen noch unbekannt ist: die Ölanalyse. Sie ist vergleichbar mit einer Blutuntersuchung beim Gesundheitscheck. Sie kann Hinweise liefern auf Lagerabrieb, Verunreinigungen, Kraftstoffeintrag oder unsaubere Verbrennungsvorgänge. Spuren von Metall im Öl, etwa von Kupfer oder Aluminium, sprechen eine klare Sprache. Sie können auf erhöhten Abrieb oder Materialermüdung hinweisen, auch wenn der Motor äußerlich perfekt erscheint.
Ein Kunde brachte vor Kurzem einen Porsche zur Vorkaufprüfung. Das Fahrzeug wirkte frisch überarbeitet, die Dokumentation war vollständig. Doch die Ölanalyse zeigte ungewöhnlich hohe Anteile von Kraftstoff. Die Einspritzanlage arbeitete offenbar nicht korrekt. Dadurch kam es zu einem Abwaschen des Ölfilms im Zylinder, was langfristig die Zylinder schädigen kann.
Klingt spannend, oder? In der Praxis werden kleine Ölmengen entnommen und eingesendet. Diese prüft ein Labor, das wiederum detaillierte Handlungsempfehlungen gibt. So können Probleme frühzeitig erkannt werden, bevor es zu einem kostenintensiven Austausch teurer Bauteile kommt.
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