Top Gear kürt den besten Porsche 911 aller Zeiten

Porsche Fahrer

 · 22.07.2026

911 Carrera RS (964), 911 GT3 RS 4.0 (997.2), 911 S/T, 911 Carrera RS 2.7, 911 Carrera RS Clubsport (993), 911 GT2 RS (991.2)
Foto: Porsche

Drei Tage Schwarzwald mit sechs Ikonen

Drei Tage, sechs Fahrzeuge, eine Mission: Top Gear will den besten Porsche 911 aller Zeiten ermitteln. Die Auswahl konzentriert sich auf die puristische Seite der Baureihe – Fahrzeuge, bei denen Ansprechverhalten, Präzision und Fahrspaß im Vordergrund stehen. Alltagstauglichkeit spielt keine Rolle. „Das ist wirklich großartig", sagt Jörg Bergmeister beim Anblick der versammelten Fahrzeuge. „Ich kann kaum glauben, dass wir all diese Autos direkt hintereinander fahren werden. Besser geht es nicht."

Die Vorbereitung dauerte Wochen. Videokonferenzen, Routenplanung über Google Maps, Recherche in Motorradforen. Das Ergebnis: perfekte Straßen im Schwarzwald, ideales Wetter und Zugang zum sonst verschlossenen Fahrzeuglager des Porsche Museums. Dort stehen Le-Mans-Sieger wie der 956 neben Prototypen wie dem 928 Shooting Brake. Für die Vergleichsfahrt wählte Top Gear Fahrzeuge aus, die jeweils ihre Generation repräsentieren – vom luftgekühlten Klassiker bis zur modernen Interpretation des GT-Gedankens.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Die Kandidaten: Von 1973 bis heute

Der 911 Carrera RS 2.7 von 1973 war gesetzt. Ebenso der 964 RS: kompakt, leicht, ohne Servolenkung und eng mit dem Carrera Cup verbunden. Für die 993-Generation fiel die Wahl auf den Carrera RS Clubsport – nicht auf den GT2, obwohl dieser verlockend war. „Mein Herz schlug zwar für den 993 GT, doch mit Blick auf die anspruchsvollen Straßen des Schwarzwalds erwies sich sein Saugmotor-Schwestermodell als die passendere Wahl", erklärt Jethro Bovingdon von Top Gear.

Bei den wassergekühlten Modellen wurde die Auswahl schwieriger. Der 997 GT3 RS 4.0 setzte sich gegen den 996 GT3 RS durch. Kontroverser war die Entscheidung für den 991 GT2 RS, der mehrere GT3-Modelle und sogar den 911 R hinter sich ließ. Den Abschluss bildet der 992 S/T – ein Modell, das den Schwerpunkt von der Jagd nach Bestzeiten hin zum intensiven Fahrerlebnis auf der Straße verlagert.

Nicht dabei sind der 911 Turbo, reguläre Carrera-Modelle, der Carrera 3.2 Clubsport und der 996 GT3 RS. Die Liste der Kandidaten, die es nicht in die Endauswahl schafften, ist lang. Top Gear konzentrierte sich auf Fahrzeuge, die den 911 in seiner reinsten Form zeigen – kompromisslos auf den Fahrer ausgerichtet.

Logistik und Vorbereitung

Die Umsetzung erforderte erheblichen Aufwand. Porsche Cars Great Britain und das Porsche Museum organisierten Transportfahrzeuge und stellten Mechaniker bereit. Für die Fahrzeugauswahl öffnete das Museum sein streng gesichertes Depot im Raum Stuttgart. Der Besuch dort gehörte zu den Highlights der Reise. Neben Rennwagen und Prototypen lagern dort einige der seltensten Straßensportwagen der Marke.

Jörg Bergmeister, ehemaliger Le-Mans-Klassensieger und heutiger Porsche-Werksfahrer, verließ um fünf Uhr morgens sein Zuhause, um rechtzeitig zum Frühstück um 7:30 Uhr anzukommen. Am selben Abend stand für ihn noch eine weitere Fahrt über rund 500 Kilometer zum nächsten Termin an. Seine Begeisterung war spürbar – ohne Attitüde, dafür mit echter Leidenschaft für die Fahrzeuge.

Die Straßen im Schwarzwald erfüllten alle Erwartungen. Kurvenreich, abwechslungsreich und wenig befahren. Ideale Bedingungen, um die Unterschiede zwischen den Generationen herauszuarbeiten. Vom direkten, unverfälschten Feedback des Carrera RS 2.7 bis zur modernen Elektronik des S/T – jedes Fahrzeug zeigte seine spezifischen Stärken.

Evolution ohne Identitätsverlust

Die größte Erkenntnis der Vergleichsfahrt: Die grundlegende DNA des 911 bleibt über alle Generationen erhalten. Die Leistung steigt, die Fahrzeuge werden größer und technisch komplexer. Doch die Identität geht nicht verloren. Diese Fähigkeit, einen Sportwagen so umfassend weiterzuentwickeln, ohne seine Charakteristik aufzugeben, macht die Geschichte des 911 außergewöhnlich.

Jedes Modell repräsentiert seine Zeit. Der Carrera RS 2.7 mit seinem direkten, mechanischen Feedback. Der 964 RS als Verbindung zwischen klassischem und modernem 911. Der 993 RS Clubsport als letzter luftgekühlter Vertreter. Der 997 GT3 RS 4.0 mit seinem hochdrehenden Saugmotor. Der 991 GT2 RS mit seiner rohen Kraft. Und der 992 S/T als moderne Interpretation des GT-Gedankens.

Welcher von ihnen ist der beste 911 aller Zeiten? Die Antwort liefert das Video auf dem Top-Gear-YouTube-Kanal. Die ausführliche Titelgeschichte erscheint im Magazin. Fest steht: Die Vergleichsfahrt zeigt, warum der 911 seit mehr als 60 Jahren zu den faszinierendsten Sportwagen gehört – und wie Porsche es schafft, Tradition und Fortschritt zu verbinden.


Auf einen Blick

  • Top Gear vergleicht sechs 911-Generationen auf Schwarzwald-Straßen – vom Carrera RS 2.7 bis zum 992 S/T
  • Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister begleitet die Vergleichsfahrt und testet alle Fahrzeuge selbst
  • Fokus liegt auf puristischen Modellen ohne Servolenkung und mit konsequenter Ausrichtung auf Fahrspaß
  • Exklusiver Zugang zum verschlossenen Fahrzeuglager des Porsche Museums mit Le-Mans-Siegern und Prototypen
  • Die grundlegende DNA des 911 bleibt über alle Generationen erhalten – trotz steigender Leistung und Komplexität

PORSCHE FAHRER Video-Empfehlungen zum 911er

Artikel teilen: