Porsche Fahrer
· 24.03.2026
Der 911 S/T von 1972 stand zwischen 1973 und 1978 im Dienst der kanadischen Equipe de Course Marc Dancose. 27 Renneinsätze in der Camel GT Challenge auf Strecken wie Sebring, Daytona und Indianapolis prägten seine Geschichte. Das Team setzte auf einen serienmäßigen 911 S/T, weil der ab Werk für den Renneinsatz vorbereitete 911 RSR Anfang der 70er-Jahre schwer zu bekommen war. Brumos Racing übernahm die Optimierung für den Renneinsatz und lackierte die Karosserie in leuchtendes Phoenixrot. An der Vorderachse blieben die Standard-Felgen montiert, hinten verbaute Brumos breitere Räder in abweichendem Design. 1978 endete die Rennkarriere in der dritten Runde auf der Strecke von Trois-Rivières in der Provinz Québec mit einem Unfall. Jahrzehnte später gelangte der Wagen in eine Schweizer Sammlung, wo er restauriert wurde und zum Ausgangspunkt für ein neues Projekt werden sollte.
Der Besitzer des historischen 911 S/T wandte sich an Porsche Sonderwunsch mit der Idee, einen modernen 911 S/T als künstlerische Neuinterpretation zu gestalten. Designer Grant Larson, bekannt für Carrera GT und die erste Boxster-Generation, entwickelte das Konzept. Wie beim Vorbild von 1972 bleibt die ursprüngliche Lackierung in Signalgelb fast nur an der vorderen Stoßstange sichtbar. Der Rest der Karosserie trägt Phoenixrot – ein historischer Farbton, den Porsche Sonderwunsch eigens für dieses Fahrzeug neu aufleben ließ. Statt der originalen Sponsoren-Beklebung aus der Camel GT Challenge kreierte Larson ein fließendes Farbmuster aus Rot- und Gelbtönen, das aufwendig von Hand aufgetragen wurde. Die Aero-Discs für den GT3 RS aus dem Manthey-Racing-Programm kommen an der Hinterachse zum Einsatz – allerdings nur im Stand, da sie nicht offiziell für den 911 S/T homologiert sind. Für den Straßeneinsatz lassen sie sich demontieren.
Die Camel GT Challenge war eine von der International Motorsports Association IMSA veranstaltete Serie für Sportwagen und Prototypen, die ab 1971 in den USA und Kanada ausgetragen wurde. Die Rennen reichten von kurzen Sprints bis zu 24-Stunden-Langstrecken. Ab 1972 engagierte sich der Tabakkonzern Camel als namensgebender Sponsor. Für die Sonderwunsch-Hommage mit Jahrgang 2025 ist Tabakwerbung tabu. Das ikonische Kamel sowie die Rennstrecken von Sebring, Daytona, Indianapolis und Lime Rock Park finden sich dennoch in zahlreichen Details: auf individuell bestickten Kopfstützen, Zierblenden und Türeinstiegsleisten sowie auf der Prägung des Ablagefachs in der Mittelkonsole. Der Logoprojektor in den Türen wirft das Kamel am Steuer eines Rennwagens auf den Boden – allerdings ohne Zigarette. Sämtliche Umbaumaßnahmen entsprechen den Qualitätsstandards aller Porsche-Fahrzeuge. Der 911 S/T bleibt kompromisslos straßen-, alltags- und rennstreckentauglich.
Die optische Asymmetrie der Räder übernahm das Sonderwunsch-Team bewusst in die Neuinterpretation. Während das historische Vorbild aus praktischen Gründen unterschiedliche Felgen trug, setzt die moderne Version auf die bereits erwähnten Aero-Discs von Manthey-Racing an der Hinterachse. Diese Detaillösung zeigt die Arbeitsweise von Porsche Sonderwunsch: Historische Bezüge werden nicht eins zu eins kopiert, sondern in zeitgemäße Gestaltung übersetzt. Die zahlreichen, teilweise erst auf den zweiten Blick sichtbaren Detailarbeiten entstanden mit ausgewiesener Handwerkskunst. Der 911 S/T von 1972 machte seiner Farbbezeichnung Phoenixrot alle Ehre – nach der Wiederauferstehung in der Schweizer Sammlung wurde er zur Inspiration für ein Unikat, das historisches Rennerbe mit moderner Sonderwunsch-Philosophie verbindet.
| Modell | 911 S/T (2025) |
| Basis | 911 S/T |
| Lackierung | Phoenixrot / Signalgelb |
| Besonderheit | Handaufgetragenes Farbmuster |
| Felgen hinten | Aero-Discs GT3 RS (Manthey-Racing) |
| Status | Einzelstück |