Porsche Fahrer
· 23.03.2026
Während die meisten Alpenpässe von November bis Mai geschlossen bleiben, trotzen die Dolomiten dem winterlichen Rhythmus. Die Routen rund um Corvara, Cortina und das Grödner Joch sind ganzjährig befahrbar – eine Ausnahme in den Alpen. Stefan Bogner, Herausgeber des Curves-Magazins, nutzte diese Gelegenheit für einen Test besonderen Bedingungen. Mit einem 911 Dakar fuhr er von München über Sterzing zum Grödner Joch nach Corvara. Die Route führte über Falzarego, Giau, Pordoijoch und Sellajoch zurück – klassische Dolomitenrunde bei tief stehender Wintersonne.
Der 911 Dakar verfügt über einen um 50 Millimeter erhöhten Aufbau und einen speziellen Offroad-Modus. Die Bodenfreiheit liegt bei 180 Millimetern, das Fahrwerk passt sich automatisch an unterschiedliche Untergründe an. „Im Offroad-Modus fühlt sich der Wagen an, als wäre er genau für diese Bedingungen gemacht. Man fährt entspannt mit 40 oder 50 km/h bergauf – und trotzdem hat man Tränen der Freude in den Augen", sagt Bogner. Die Kombination aus erhöhter Bodenfreiheit, Allradantrieb und angepasster Dämpferabstimmung ermöglicht kontrolliertes Fahren auf verschneiten Passstraßen.
Am zweiten Tag stand die Runde zum Falzarego auf dem Programm. Von dort führte die Strecke weiter Richtung Cortina und hinauf zum Passo di Giau auf 2.236 Meter Höhe. Der Giau zählt zu den spektakulärsten Pässen der Dolomiten – 9,9 Kilometer Länge, durchschnittlich neun Prozent Steigung. Im Winter präsentiert sich die Strecke mit geräumten Fahrbahnen, aber schneebedeckten Randstreifen und vereisten Schattenstellen.
„Schöner wird's nicht. Und gleichzeitig ruft das schwarze Asphaltband schon nach der nächsten Etappe", beschreibt Bogner die Atmosphäre auf der Passhöhe. Die weiße Bergkulisse, die Stille abseits der Sommersaison und der Kontrast zwischen geräumter Straße und verschneiter Umgebung prägen das winterliche Fahrerlebnis. Der 911 Dakar zeigte sich dabei souverän: Die Pirelli Scorpion All Terrain Plus-Reifen mit 245 Millimeter Breite vorne und 295 Millimeter hinten bieten ausreichend Grip auf kaltem Asphalt.
Während der mehrtägigen Tour zählte Bogner rund 300 Daumen hoch von Passanten und Wintersportlern. Der 911 Dakar mit seiner Rally Design-Lackierung in Weiß und Gentian Blue Metallic fällt auf – besonders im winterlichen Umfeld. Die erhöhte Karosserie, die markanten Radhausverbreiterungen und das spezielle Design wecken Aufmerksamkeit.
Ein praktischer Aspekt trübt das Wintererlebnis: das unvermeidliche Streusalz auf den Passstraßen. „Aber wenn man die Autos richtig vorbereitet und gründlich wäscht, ist das kein echtes Problem. Die Erlebnisse sind jede Mühe wert", so Bogner. Die Dolomitenpässe werden im Winter regelmäßig gestreut und geräumt, was die Befahrbarkeit sichert, aber Korrosionsschutz und gründliche Reinigung nach der Tour notwendig macht.
Die Route über Pordoijoch, Sellajoch und Grödner Joch – Pass um Pass in der typischen Dolomiten-Abfolge – bestätigte Bogners Eindruck. Der 911 Dakar bewältigt die winterlichen Bedingungen ohne Kompromisse. Die Kombination aus 353 kW starkem Dreiliter-Boxermotor, Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und permanentem Allradantrieb bietet ausreichend Reserven für kontrolliertes Fahren auf anspruchsvollen Strecken.
„Wenn ich eine Bitte an Porsche hätte, dann: Baut noch einmal eine Serie dieses fantastischen Globetrotters. Ich wollte den Dakar am Ende gar nicht wieder abgeben", resümiert Bogner. Die limitierte Auflage von 2.500 Exemplaren ist bereits ausverkauft. Der 911 Dakar wurde von 2022 bis 2024 produziert und kostete in Deutschland ab 223.450 Euro.
Die Dolomiten bieten eine der wenigen Möglichkeiten für winterliche Passfahrten in den Alpen. Während Großglockner, Stilfser Joch oder die Pässe rund um Andermatt bis Mai geschlossen bleiben, ermöglichen die südtiroler Routen ganzjährigen Fahrspaß. Der 911 Dakar erweist sich dabei als passendes Werkzeug – nicht nur für Offroad-Abenteuer, sondern auch für kurvige Bergstraßen bei winterlichen Bedingungen.
| Motor | 3,0-Liter-Boxermotor, 6 Zylinder |
| Leistung | 353 kW (480 PS) |
| Getriebe | 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe |
| Antrieb | Allradantrieb permanent |
| Bodenfreiheit | 180 mm (Offroad-Modus) |
| Karosserie-Erhöhung | +50 mm gegenüber 911 Carrera |
| Bereifung vorne | 245 mm (Pirelli Scorpion All Terrain Plus) |
| Bereifung hinten | 295 mm (Pirelli Scorpion All Terrain Plus) |
| Produktionszeitraum | 2022-2024 |
| Stückzahl | 2.500 Exemplare |
| Preis | ab 223.450 Euro |