Die Ayrburn Classic in Arrowtown bei Queenstown hat ihre Besucherzahl binnen zwei Jahren auf über 9.000 vervierfacht. Rund 500 Fahrzeuge standen in verschiedenen Klassen zur Bewertung – von europäischen Klassikern über American Muscle bis zu historischen Rennwagen und Vorkriegsmaschinen mit Flugzeugmotor. Die Nominierung als „Breakthrough Event of the Year" bei den International Historic Motoring Awards in London bestätigt den Aufstieg des dreitägigen Festivals.
Das Gelände verbindet Restaurants und Bars mit angelegten Gärten, klaren Teichen und einer Bergkette im Hintergrund. Die Lage in der neuseeländischen Südinsel unterscheidet die Veranstaltung von etablierten Treffen wie dem Goodwood Festival of Speed oder den Concours d'Elegance von Pebble Beach und Amelia Island – nicht nur geografisch, sondern auch durch den Zeitpunkt im März, wenn auf der Nordhalbkugel noch Winter herrscht.
Das Programm startete am Freitag mit der Charity-Ausfahrt Tour d'Elegance durch das Wakatipu Basin. Am Samstag öffnete das Gelände für das Publikum mit Demonstrationsfahrten, der Präsentation von Restaurierungsprojekten und bislang unveröffentlichten Fahrzeugen. Bei der Live-Auktion am Nachmittag kamen rund 40 Autos den Hammer.
Der Sonntag brachte „Fashions on the Field" sowie sechs Frauen, die ihre Fahrzeuge auf dem zentralen Ausstellungsplatz „The Dell" vorstellten und vor Tausenden Gästen über ihre automobile Leidenschaft sprachen. Bei der abschließenden Preisverleihung gewann der rote Ferrari Monza 750 von 1957 aus dem Besitz von John und Amber Bellamore den „Best in Show Award 2026".
Porsche stellte einen Großteil der Highlight-Fahrzeuge: ein 911 (Typ 996) GT2 Clubsport, ein GT3 RS, ein 356 A Outlaw, ein Carrera GT und ein 918 Spyder zogen über die drei Tage die Blicke auf sich. „Kaum eine Marke verbindet Generationen so mühelos wie Porsche", sagt Jonathan Paape, Chief Car Curator der Ayrburn Classic. Der Carrera GT habe bei vielen Besuchern kindliches Staunen ausgelöst.
Für Paape hat die Marke eine persönliche Bedeutung: Sein Vater brachte den zehnten Porsche nach Hause, der jemals nach Neuseeland kam. Seine Frau fuhr den achten 356, der die Küsten des Landes erreichte. Diese Verbindung zur Porsche-Geschichte auf der Südhalbkugel erklärt die starke Präsenz der Marke in Arrowtown.
Neben den Porsche-Modellen waren auch ein 911 Spirit 70 und verschiedene Macan-Modelle zu sehen. Die Bandbreite reichte vom 356 B über den 911 Carrera RS (993) bis zum 911 Turbo 3.3 (964). Die Mischung aus Klassikern und modernen Sportwagen zeigt die Entwicklung der Marke über sieben Jahrzehnte.
Die schnelle Entwicklung der Ayrburn Classic vom regionalen Treffen zum international beachteten Festival zeigt sich in den Zahlen: Von rund 2.000 Besuchern im ersten Jahr auf über 9.000 in der zweiten Ausgabe. Die Nominierung in London unterstreicht, dass die Veranstaltung auch außerhalb Neuseelands wahrgenommen wird.
Das Konzept unterscheidet sich von anderen Klassiker-Treffen durch die Kombination aus Concours d'Elegance, Live-Auktion und öffentlichem Festival. Während Pebble Beach und Amelia Island primär auf die Bewertung restaurierter Fahrzeuge setzen, öffnet Arrowtown das Gelände für ein breites Publikum und verbindet die Präsentation mit kulinarischen Angeboten und Unterhaltung.
Für Porsche-Enthusiasten und Klassikerfans bietet die Ayrburn Classic eine Alternative zu den etablierten Veranstaltungen der Nordhalbkugel – mit dem Vorteil, dass der März in Neuseeland Spätsommer bedeutet und die Bergkulisse der Südinsel eine Kulisse bietet, die sich von den Küstenlandschaften Kaliforniens oder den englischen Herrenhäusern deutlich unterscheidet.
| Merkmal | Wert |
| Veranstaltungsort | Arrowtown, Queenstown, Neuseeland |
| Besucherzahl 2026 | über 9.000 |
| Ausgestellte Fahrzeuge | rund 500 |
| Veranstaltungsdauer | drei Tage |
| Auktionsfahrzeuge | rund 40 |