60 Jahre Porsche 911 – FamilieGekommen, um zu bleiben

Porsche Klassik

 · 25.01.2024

60 Jahre Porsche 911 – Familie: Gekommen, um zu bleibenFoto: Markus Bolsinger
Zwei Männer, ein Baum und der Boden. Abgehoben haben beide nicht im Leben, und der Baum, dessen Nähe sie schätzen, darf als Symbol gelten.
Foto: Markus Bolsinger

Als hätte es einen fest gefügten Vertrag der Generationen gegeben. Oder eine stillschweigend getroffene und eingehaltene Verabredung. Per Handschlag mit einer Umarmung unter Männern. Eine Frage der Familienehre. Vom Großvater auf den Vater und von diesem übertragen auf die Söhne und von diesen weiterverliehen an deren Söhne. Alle erkannten und fühlten etwas, eine Art von unausgesprochener Verpflichtung, eine Aura des Besonderen, die Kraft einer Ausstrahlung, das Werden, Wachsen und Bestehen eines Familiennamens, aus dem ein Begriff wurde, der klingt wie die Motoren. Die Marke Porsche. Geboren aus der Nachkriegsidee eines puristischen Sportgerätes. Rund ein Vierteljahrhundert später fortgeführt durch die Faszination eines einzigartigen Sportwagens. Jedes Exemplar ein Unikat. In dem Sinne, dass er seinem Eigner die Möglichkeit eröffnet, eine individuell-sinnliche Beziehung zu einem Auto einzugehen, das mehr ist als ein technisches Ergebnis von ingeniösen Mühen mit dem Rechenschieber. Weshalb der Porsche 911 zu einem Methusalem der Sportwagenwelt wurde und auf wunderbare Weise jünger ist denn je zuvor, das erschließt sich nicht in einem flüchtigen Moment. Mit einem Gespräch unter den Brüdern Hans-Peter und Wolfgang Porsche gelingt wohl eine Annäherung. Gläsern wird dieser Vorgang hinter der technischen Erklärung des Phänomens 911 dennoch nie.

Wir sind bei den Porsches in Salzburg. Der Ort an der Salzach ist kein Zufall, denn es liegt den Porsches doch das geordnete Österreich näher als das hitzige Italien oder das nüchterne Schwaben. Wurzeln und Wesen der Familie sind einerseits zu finden in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn und andererseits im Schwäbischen, in Stuttgart, der Stadt der Tüftler und des Schaffens und Sparens. Die Familie ist – was keine Selbstverständlichkeit darstellt in dieser Industrie – noch immer verbunden mit dem Unternehmen, und Porsche ist global orientiert, aber verortet zwischen Salzburg, Zell am See – jenem im Familienbesitz befindlichen »Schüttgut-Bauernhof« – und eben Stuttgart. Aber jetzt Salzburg.

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Die besten Eigenschaften des Elfers sind menschliche Merkmale. Er ist ein soziales Wesen, das keine Perfektheit vortäuscht.

Wir treffen uns bei Hans-Peter Porsche, dem Älteren der beiden. Er ist Jahrgang 1940, sein Haus ist eine schlichte Villa aus den sechziger Jahren am Rand von Salzburg, gerade Linien, viel Glas, keine Schnörkel, kein alpines Dekor, draußen riesige Bäume, viel Rasen, auf der Terrasse vor dem Esszimmer die Skulptur eines Hundes, ein Denkmal. »Das war ein wirklich feiner Hund«, sagt Hans-Peter Porsche. Im Eingang seines Hauses gibt es viele Vitrinen mit Spielzeugautos hinter Glas, alle nicht zum Spielen gedacht; in Anger-Aufham entsteht sein Museum, dort werden seine Märklin-Modelle der Technik aus vergangenen Jahrzehnten ab Juni 2015 ausgestellt sein. Hans-Peter scheint gern zu sammeln, später am Tag wird er uns noch seine automobile Sammlung zeigen. Er hütet sie in einem separaten Keller. Etwa ein gutes Dutzend feinster Sportwagen, historische Autos, nicht nur von Porsche. Man redet übers Wetter, es gibt Kaffee, Wolfgang Porsche kommt dazu. Er ist mit seinen zum Zeitpunkt des Interviews 70 – und heute 80 – Jahren

sehr nah am Unternehmen, natürlich nicht im operativen Geschäft, aber Vorsitzender dreier Porsche-Aufsichtsräte, und sein Rat wird gern genommen. Für die Kundenbindung ist er unschätzbar wertvoll, erzählt später ein Vertrauter. Wer in Amerika oder in China einen Porsche kauft, der sieht es gern, dass dahinter noch eine richtige Familie steht. Es ist auch eine Frage des Vertrauens in das Produkt.

Bei Geburt und Heranwachsen des Typs 356 waren die beiden Buben. Autos waren ihr Leben, noch vor Beginn der Schulzeit. Sie haben sie selbst geschnitzt.

Wolfgang Porsche ist in sanftes Grün gekleidet, mit Krawatte zum Anzug und passendem Einstecktuch. Freundlichkeit im Gesicht, aber auch eine Spur von Reserviertheit. Ihm gehört das Schüttgut in der Nähe von Zell am See, dort fühlt er sich daheim wie in Stuttgart, und er nutzt die Verbindung zum Bauernhof gern als Gelegenheit zu einem kleinen Scherz. »Ich bin Nebenerwerbslandwirt.« Wir wollen aber nicht über den nassen Frühling und den kühlen Sommer reden, sondern darüber, wie das alles begann mit dem Elfer. Nach dem Tod von Ferdinand Alexander, studierter Designer und Schöpfer des Ur-Elfers, sind Hans-Peter und Wolfgang Porsche die wichtigsten Zeitzeugen. Der dritte Bruder, Gerhard Anton, betreibt Landwirtschaft, nicht im Nebenerwerb, sondern intensiv, und lebt nicht so nah am Auto wie die Brüder.

Bei Geburt und Heranwachsen des Typs 356 waren sie kleine Buben. Autos waren ihr Leben, noch vor Beginn der Schulzeit; und Wolfgang sagte bei anderer Gelegenheit, es habe sich bei ihnen zu Hause alles um Autos gedreht, es habe nichts anderes gegeben, sie hätten sie selbst geschnitzt und gebastelt. Der Vater Ferry war die treibende Kraft nach dem Tod von Opa Ferdinand Porsche im Jahr 1951. Da ist der Typ 356 schon tüchtig unterwegs, im Markt, bei den Kunden und auf den Rennstrecken. Sportliche Erfolge werden in den kommenden Jahren eingesammelt wie reifes Obst, der 356 wird gepflegt und gehegt, und er wird immer besser und stärker und ist nach zehnjähriger Produktionszeit auf dem Höhepunkt seiner Fähigkeiten: Aber 1960 wird schon längst am Nachfolger gearbeitet. Der Porsche 911 kommt als Porsche 901 zur Welt und wird als Elfer eine Legende ohne Ende. Ein Typ für die Ewigkeit. Ein Auto, das gekommen war, um zu bleiben. Vielleicht erklärt sich alles viel früher. Nicht erst zum Ende der fünfziger Jahre, als man erkannte, dass es nicht beim Typ 356 bleiben konnte. Vielleicht erklärt es sich am besten aus dem Wurf eines Konstruktionsgenies: aus dem VW Käfer. Von ihm kamen die Gene für den 356, die sich dort weiterentwickelten und zu einem Porsche reiften. Zum Sportwagen der Aufbaujahre. Dem pfiffigen Kleinen unter protzigen Kerlen. Clevere Reduziertheit als authentische Eigenschaft. Ein Merkmal der entstehenden Marke und tragende Eigenschaft für die Zukunft. Der 356 wurde zum Träger eines Erbes, das er an seinen Nachfolger, den Typ 911, an die später nur noch Elfer genannte Ikone, weitergeben konnte, und diese Modelle wiederum entwickelten sich auf diesem Boden zwar in der Art der Familie, nahmen aber rasch eigene Formen und neue Inhalte an. Um den Elfer zu verstehen und nicht nur seine Daten zu kennen, muss man genauer die Zusammenhänge prüfen, auch den Boden gesicherter Berechnungen verlassen und sich selbst den Unwägbarkeiten von Empfindungen übergeben.

VW Käfer und Typ 356 sind mit die Ur-Automobile der Menschheit. In diesem Sinn entstand der Elfer, und auch er sagt in der Sprache der Technik zum Fahrer: »Du bist nicht allein.«

Dabei ereignet sich das ebenso Unerwartete wie Unfassbare: Unvergängliche Eigenschaften und Charaktermerkmale des Käfer ließen sich über die Zwischenstation des 356ers wie selbstverständlich im neuen Typ 911 nieder: Solidität, vertraute Formen, Robustheit, das menschliche Maß in Größe und Auftreten, eine gewisse Bescheidenheit, funktionelle Formen, keine unnötige Dramatik im Design und eine Erdverbundenheit über Generationen hinweg. Alles Eigenschaften des VW und des 356, sie nutzten die Chance, im neuen 911 in einer neuen Qualität zu erblühen. Aber ohne die Herkunft zu verleugnen und dennoch im Reich einer realen Vision zu einem Sportwagen beitragend, der den Zeitläufen folgte, aber immer so war, als sei er aus diesen herausgefallen und losgelöst von technischen Vorgängen und modischen Veränderungen, die sich als kurzfristige Erscheinungen einer dünnen Attraktivität entpuppten. Gleichzeitig entwickelte sich im Elfer das Porsche-Bewusstsein dafür, welche Dinge und Merkmale wirklich wichtig waren für dieses Wesen, das ein Auto ist und so heißt wie die Menschen, von denen es abstammt. Womöglich wird so einem technischen Gegenstand eine Seele verliehen? Oder es bildet sich zumindest eine Basis dafür, dass man diese erahnen kann? Oder es gibt für jeden Besitzer die Möglichkeit, sie in sich selbst zu entdecken?

Wie sich die Porsches und ihre Autos, wie sich dann besonders der Elfer über die nüchterne Technik und ihre fortwährende Erneuerung hinaus zu einer Ikone des Stils, zu einer Atmosphäre der Lebensführung entwickelte, das entzieht sich den Methoden des rationalen Begreifens. Es ist nicht auszuschließen, dass der Elfer im Kern eine fahrbare Vision ist, die nur existiert, weil es Menschen gibt, die das so wollen. Es liegt alles im Dunst der Gefühle. Im Nebel aus Erfüllung und Verlorensein an diese Faszination. Etwas Klarheit gewinnt man an einem kalten Morgen beim ersten Blick auf den Elfer-Körper, nach dem Öffnen der Tür und dem im Alter als beschwerlich empfundenen Hineingleiten in eine Welt der luxuriös-noblen Nüchternheit. Es offenbart sich Stilsicherheit als Voraussetzung für die Würde des Fahrens. Und dann beim Starten des Sechszylinders. Alles lässt der Fahrer hinter sich, die Welt wird unwichtig, Konzentration ist gefragt, und der Elfer herrscht und regiert. Und zwar mit jenen Eigenschaften, die ewig gelten für die Beziehung zwischen Mensch und Auto.

Die Erkenntnis der Unerklärlichkeit dieses Vorgangs ist überhaupt nur zu begreifen, wenn man bereit ist, den entscheidenden Grund dafür zu akzeptieren: Der VW Käfer und der Typ 356 gehören zu den Ur-Automobilen der Menschheit, mit Eigenschaften der Sozialisierung, wie sie von den Menschen seit Beginn der industriellen Entwicklung erträumt und gefordert wurden. Mit jenen automobilen Inhalten, die Ängste nehmen, Vertrauen aufbauen, Vergnügen bereiten und in der Sprache der Technik zum Fahrer sagen: »Du bist nicht allein.« Dabei ist es unerheblich, ob die Porsches, der Vater mit dem VW und dessen Sohn Ferdinand (genannt Ferry) mit dem Typ 356, um die weitergreifende Bedeutung ihres Tuns wussten. Für das Verständnis der außerordentlichen Persönlichkeit des Typs 911 ist dieser Vorgang und wiederum sein Begreifen aber unbedingt notwendig.

Die Notwendigkeit, einen Nachfolger für den 356 zu finden, war eine Frage der Familie und der engsten Mitarbeiter. Diskutiert wurde ohne Pause.

Der Vater Ferry ließ den Söhnen zwar die Freiheit der Entscheidung. Aber insgeheim hatte er wohl keine Zweifel an ihrer Berufsund Lebenswahl: Er wollte sie im Unternehmen haben. Es erschien ihm als folgerichtiger Weg. Kein Wunder, dachte und redete und lebte die Familie doch das Auto nicht nur im Unternehmen. So war auch die Notwendigkeit, einen Nachfolger zu finden für den 356, eine Frage der Familie und der engsten Mitarbeiter. Diskutiert wurde ohne Pause, so jedenfalls erinnert sich Hans-Peter Porsche. Er hat Ingenieur gelernt, denkt zurück in den Kategorien der Techniker, er spricht exakt und formuliert präzise, der schwäbische Ton ist kaum mehr zu erkennen. Rechtzeitig zur Elfer-Geburt kam er nach dem Studium 1963 ins Unternehmen, und schon 1965 lief die Produktion unter seiner Leitung. Sein Büro teilte sich Hans-Peter »mit fünf Mitarbeitern und dem Butzi«, das war Ferdinand Alexander. Zwischen FAP und Hans-Peter gab es wohl in der 356-Nachfolge-Frage keine Meinungsverschiedenheiten, sehr wohl aber stand überhaupt die Generationenfrage im Raum. »Die Älteren wollten dem 911-Projekt nicht so ohne Weiteres folgen«, sagt Hans-Peter, und für Wolfgang Porsche ergab sich die nächste Schwierigkeit: »Die größte Problematik war ja, die Kunden vom 356 weg und zum 911 hinzubringen.« Für Wolfgang Porsche ist der Elfer ein »grundehrliches Auto«. Dessen Wesen wird dominiert von der Technik, und diese wiederum ist so angelegt, dass sie das »Sparen als Tugend« enthält: »Ein Zwölfzylinder entspricht nicht dieser Vorstellung«, sagt Wolfgang Porsche und glaubt, dass die innersten Eigenschaften des Elfers damals bereits so definiert und in seinem Erbgut verankert wurden, dass sie noch heute und in der Zukunft gelten werden: »Wir müssen bescheiden bleiben.«

Der Elfer ist von Anfang an mit allen seinen Eigenschaften so ausgelegt, dass Sparen als Tugend gilt. Das sah auch der Vater so, und wenn er etwas durchsetzen wollte, dann machte er das bestimmt, aber auf seine leise Art.

Eine Bescheidenheit, die nie wirklich abgelegt wurde. Höchstens auf den Rennstrecken. Und bis zum Ende der 1950er- und hinein in die 1960er-Jahre konzentrierte sich das Selbstverständnis im Hause Porsche auf den 356 und die Erfolge im Motorsport. Das sollte noch über längere Zeit so bleiben. Doch zu der im Autogeschäft üblichen Unruhe, die vom Fortschritt im 356er ausging, trat eine tiefer greifende Unrast. Es war ein Denken und Fühlen in der Familie und bei den führenden Mitarbeitern, das sich mit der Zukunft beschäftigte. Mit einer Zukunft, die für alle sichtbar in das deutsche Wirtschaftswunder führte. Und Porsche wollte und musste daran teilnehmen. Dass dies nicht mit einem einzigen Modell gelingen konnte, das wurde gerade dann deutlich, als der 356 auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung und dem Stand seiner Eigenschaften war: Er war teurer als eine Luxuslimousine und kaum schneller.

Gleichzeitig wurde der Elfer zu einer Existenzfrage, die das Unternehmen zu beantworten hatte, die aber zunächst die Familie zu stellen hatte. Direkt eingebunden in die Entwicklung war keiner der Söhne (Wolfgang Porsche: »Da war ich ja noch Schüler.«) von Ferry Porsche, er ließ ihnen freie Hand in ihren Entscheidungen, und er war kein Machtmensch. Er hatte die Autorität einer intelligenten Menschenführung. Wenn Entscheidungen zum Elfer zu treffen waren, dann, so erinnert sich Wolfgang Porsche, »machte der Vater das eher leiser«. Am ehesten war noch Ferdinand Alexander enger mit dem Werden des größeren, stärkeren und moderneren Sportwagens verbunden. Er konnte nach intensiven Diskussionen mit den engsten Mitarbeitern durch Unterstützung des Vaters den 2+2-sitzigen Sportwagen entwerfen.

Dass es auf Dauer nicht bei einem einzigen Elfer-Modell bleiben konnte, wurde rasch deutlich. »Wir brauchten ein Cabrio«, erinnert sich Hans-Peter. Es kam dann erst der Targa (das »Sicherheitscabriolet«), schon 1966. Zum Cabrio wurde der Elfer, auch wegen des anhaltenden Targa-Triumphs, erst 1982. Den Porsche mit dem Bügel und dem herausnehmbaren Dachteil in die Produktion zu integrieren, das war keine leichte Aufgabe. Keiner konnte mit realen Zahlen für die zu erwartende Produktionsmenge dienen. Wie intensiv war denn der Kundenwunsch nach dieser von Porsche erfundenen Karosserieform? »Wir haben die Produktionsstraße zunächst auf zwölf Exemplare am Tag ausgelegt«, erinnert sich Hans-Peter und fügt hinzu: »Dann mussten wir ausbauen, denn wir haben 22 Stück am Tag verkauft.« Das Lächeln der freundlichen Augen reflektiert noch anno 2013 die Begeisterung von Hans-Peter über diesen Sensationserfolg des Targa.

Der Elfer folgte in den Jahren nach seiner Geburt natürlich dem automobilen Fortschritt. Aber er ist sich treu geblieben: Noch immer vermitteln Form und Dimensionen eine Art von Zauber. Ein Körper und ein Konzept für die Ewigkeit. Für diesen Hauch von Ewigkeit sorgte schon immer nicht nur der Blick auf den Elfer. Sein Erfolg ist zumindest teilweise einem Paradoxon zu verdanken: »Der Elfer hatte und hat die Faszination des Unvollkommenen«, sagt Wolfgang Porsche, und er klingt bei diesem Eingeständnis der sonderbaren Art überhaupt nicht betroffen, sondern so, als sei er stolz darauf und betrachte dies als außerordentliche Leistung. »Das Perfekte wird bewundert, das Unperfekte wird geliebt.«

Der Elfer hatte und hat die Faszination des Unvollkommenen. Denn das Perfekte wird bewundert, das Unperfekte aber wird geliebt.

Es gebe, sagt er, ein paar Eigenschaften und Details, die man irgendwo zwischen Absicht und Unabsichtlichkeit in diesem unperfekten Zustand belasse. Berühmtes Beispiel sei das Zündschloss links neben dem Lenkrad. Einen Hauch Unvollkommenheit müsse man sich erlauben, erklärt er weiter und: »Bei einem Porsche wird das akzeptiert.« Vielleicht wird es nicht nur akzeptiert, sondern auch gewünscht und von den Kunden gesucht. Denn die übergreifende Stärke des Elfers ist quasi sein Metacharakter, und dieser definiert sich nicht allein aus Leistung und Straßenlage, sondern vor allem aus jenen beiden Eigenschaften, die von der Familie seit jeher gelebt werden: Identität und Authentizität.

Auch wenn die Familie nach einem entsprechenden Beschluss nicht mehr im operativen Geschäft tätig sein kann, so ist die Marke – und sind die Eigenschaften ihrer Produkte – doch eine Frage der Herkunft. Und so vielleicht auch eine Familienangelegenheit. So wie der Elfer wohl aus dem Generationenvertrag mit dem 356er hervorgegangen ist.

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