Am 23. Juni 1951 gehen Auguste Veuillet und Edmond Mouche mit einem Porsche 356 SL beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start. Das Coupé wiegt 585 Kilogramm, der luftgekühlte Vierzylinder-Boxermotor leistet 33 kW. Am Ende steht der Klassensieg – und die Geburtsstunde von Porsche im Motorsport. „Dieser Moment gilt als die Geburtsstunde von Porsche im Motorsport", sagt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „In den nächsten Jahrzehnten entstand daraus ein Motorsporterbe, das weltweit seinesgleichen sucht."
Der 356 SL markiert den Beginn einer Entwicklung, die bis heute anhält. Von Le Mans über die Carrera Panamericana bis zur Targa Florio, von der Mille Miglia bis zur Rallye Monte Carlo – Porsche-Rennwagen prägen die wichtigsten Motorsportveranstaltungen der Welt. Die Fahrerliste liest sich wie ein Who's Who des Rennsports: Richard Attwood, Jacky Ickx, Hans Herrmann, Derek Bell, Timo Bernhard, Marc Lieb. Die Fahrzeuge sind Ikonen: 550 Spyder, 917 KH, 935, 956, 919 Hybrid, 963.
„Motorsport ist Kern der Markenidentität und Entwicklungsplattform für Zukunftstechnologien", erklärt Laudenbach. „Er steht für Pioniergeist, Mut und Sportlichkeit." Eine zentrale Rolle spielen dabei die Kunden. Bereits in den Anfangsjahren konnten Privatfahrer Porsche-Sportwagen für Renneinsätze kaufen. Mit der Einführung des 911 in den 1960er-Jahren nahm diese Entwicklung Fahrt auf.
„Seit den Anfangsjahren erhalten Kunden die Möglichkeit, mit unseren Sportwagen Rennen zu fahren", sagt Michael Dreiser, Leiter Vertrieb Motorsport. „Mit der Einführung des 911 ging die Kurve ab den 1960er-Jahren nach oben, weil der Elfer seitdem zum zentralen Standbein im Motorsport wurde." Der Cup-Rennwagen auf 911-Basis ist heute mit über 5.000 produzierten Einheiten einer der weltweit meistgebauten Rennwagen. Porsche gehört damit zu den größten Anbietern im Kundensport.
Dreiser unterscheidet zwei Kundengruppen: „Es gibt die einen, die auf der Suche nach Spaß und einer Rennstreckenerfahrung sind. Und es gibt jene, die das Ganze professionalisieren möchten." Porsche bedient beide Segmente – vom Trackday bis zum professionellen Renneinsatz in internationalen Serien.
Das Kundensport-Angebot lässt sich als Pyramide darstellen. An der Basis stehen die weltweit verteilten Porsche Experience Center. Sie bieten Einsteigern erste Erfahrungen auf der Rennstrecke. Der Porsche GT Circle veranstaltet exklusive Motorsport-Events für Kunden. Die nächste Stufe bildet die Porsche Track Experience – professionelles Fahrtraining Anleitung erfahrener Instrukteure. Das Programm reicht vom Einsteigerkurs bis zu intensiven Master-Kursen.
„Vor einigen Jahren haben wir zusätzlich die Rennsport Academy gegründet", sagt Dreiser. „Dort können Kunden jetzt bis zur Rennfahrerlizenz geschult werden." Mit der Lizenz öffnet sich der Zugang zu den Markenpokalen wie dem Carrera Cup. „Wir bieten einen nahtlosen Übergang", so Dreiser. „Von der Straße bis in den professionellen Motorsport."
Der Weg vom Markenpokal bis an die Spitze des Motorsports ist keine Theorie. Nick Tandy, Marc Lieb und Timo Bernhard starteten ihre Karrieren im Carrera Cup und holten später den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Auf die Markenpokale folgt der GT-Sport, in dem Kundenteams mit GT-Fahrzeugen gegen andere Hersteller antreten. An der Spitze der Pyramide stehen Rennserien wie die IMSA WeatherTech SportsCar Championship oder die Formel E – mit Werksteams und Kundenteams.
Der Porsche 550 Spyder gewann 1954 die Carrera Panamericana. Der 917 KH holte 1970 den ersten Gesamtsieg in Le Mans. Der 935 dominierte Ende der 1970er-Jahre die Langstreckenrennen. Der 956 setzte in den 1980er-Jahren neue Maßstäbe. Der 919 Hybrid gewann 2017 zum dritten Mal in Folge in Le Mans. Der 963 tritt seit 2026 in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship und der FIA World Endurance Championship an.
Parallel entwickelte sich der 911 zum Rückgrat des Kundensports. Von der Rallye Monte Carlo 1965 über die Rallye Paris-Dakar 1984 bis zu den heutigen GT3-Cup-Fahrzeugen – der Elfer ist auf allen Rennstrecken präsent. Der 911 GT3 Cup der Generation 991 aus dem Jahr 2014 steht exemplarisch für diese Kontinuität.
Die Strategie bleibt unverändert: Kundensport und Kundenteams bilden das Fundament. Werksteams erproben Technologien für Serienfahrzeuge und schaffen Geschichten, die zur Markenidentität beitragen. 75 Jahre nach dem ersten Klassensieg in Le Mans ist Porsche im Motorsport präsenter denn je – vom GT-Circle-Event in Japan bis zum Spitzensport mit dem 963 und dem Formel-E-Boliden 975 RSE.
| Leistung | 33 kW |
| Leergewicht | 585 kg |
| Renneinsatz | 24h Le Mans 1951 |
| Ergebnis | Klassensieg |
| Merkmal | Wert |
| Produzierte Einheiten | über 5.000 |
| Basis | Porsche 911 |
| Einsatzgebiet | Markenpokale weltweit |