Matthias Müller wird Porsche-Chef
06.07.2010 22:53
Michael Macht wechselt in den Vorstand von Volkswagen
Der Wechsel bei Porsche darf als Kompliment für das Unternehmen gelten: Volkswagen holt sich mit Michael Macht einen Produktionsspezialisten in die Zentrale, der zusammen mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking die effizienten Produktionsverfahren bei Porsche gestaltete. Macht absolvierte ein Maschinenbaustudium an der Universität München und ging danach in die Wirtschaft. 1990 wurde er bei Porsche Fachreferent für die Motorenplanung, damals war Wiedeking Produktionschef. Macht zeigte sein Talent für die Arbeitsorganisation und so ernannte Wiedeking ihn zu seinem Referenten. 1992, als Wiedeking in wirtschaftlich schwierigen Zeiten im Unternehmen den Posten als Vorstandsvorsitzender übernahm, wurde Macht seine rechte Hand.
Nach der gescheiterten Übernahme von VW geriet Wiedeking unter Druck und verließ Porsche, Macht wurde sein Nachfolger. In dem einen Jahr als Vorstandsvorsitzender gelang es ihm, wieder Ruhe bei Porsche einkehren zu lassen. So wirkte er auch in seinem Auftreten nach außen. Während Wiedeking eine schillernde Figur war, gab sich Macht eher zurückhaltender, genoss aber im Unternehmen ein hohes Ansehen.
Der bisherige Tätigkeitsschwerpunkt seines Nachfolgers Matthias Müller gibt auch einen Hinweis darauf, was Volkswagen als neuer Porsche-Eigentümer mit diesem Schritt bezweckt. Müller kennt sich sehr gut in den Produktplanungen des VW-Konzerns aus. Der gebürtige Chemnitzer war unter VW-Chef Winterkorn jahrelang für das Produktmanagement bei Audi und später bei VW zuständig. Müller soll ausloten, wo sich Kosten bei der Nutzung gleicher Teile und Plattformen sparen lassen.
Der Vorgänger von Michael Macht in Wolfsburg, Jochem Heizmann, wird das neu geschaffene Vorstandsressort Nutzfahrzeuge übernehmen. Seine Aufgabe dürfte sein, MAN und Scania zusammenzuführen. Überlegungen dazu gibt es bereits länger, doch Scania und MAN sperren sich dagegen und setzten auf ihre Eigenständigkeit. Bei Scania hält VW die Mehrheit, bei MAN etwa 30 Prozent.

