Fans haben Le Mans nicht vergessen
28.11.2010 16:33
Hans Herrmann über seinen Sieg im Jahr 1970 - Teil 3
Mitte März war er praktisch für beide Firmen gleichzeitig unterwegs: Erst bewegte er einen Porsche RS 60 auf dem Flugplatzkurs in Sebring zur Erinnerung an seinen Sieg dort im Jahr 1960, anschließend stellte er den „schnellsten Benz von Mexiko“ vor: Mit Journalisten war er auf Originalrouten der Carrera Panamericana und dem neuen Mercedes SLS AMG unterwegs. „Dabei bin ich für Mercedes dieses Rennen nie gefahren“, lacht er. 1954 und 1955 gehörte er zum Mercedes-Werksteam. Im ersten Jahr konnte er auch noch für Porsche fahren. Mit einem 550 Spyder landete 1954 bei der Carrera Panamericana auf dem 3. Gesamtrang und holte den Klassensieg.
Nach öffentlichen Auftritten spürt er regelmäßig mehr Nachfrage nach Autogrammen: „Es ist erstaunlich, wie gut die jungen Leute über die Renngeschichte informiert sind“, freut er sich. Überwiegend kommen Wünsche aus Deutschland, weitere Schwerpunkte sind Holland, Schweiz oder Frankreich. Darunter sind auch ungewöhnliche Anfragen: Ein Sammler hat Rennszenen als Ölbild nachfertigen lassen. Nun schickt er die Bilder zu den noch lebenden Rennfahrern und lässt sie ihre Signatur neben den Wagen setzen, mit dem sie auf der Strecke waren.
Rennsiege machten Porsche berühmt
Zwölf Jahre ist es her, dass Porsche den letzten Gesamtsieg in Le Mans einfuhr. 1998 gewann ein 911 GT1, danach fuhr das Unternehmen seine Ambitionen zurück. „Das ist bedauerlich, ja“, meint Hans Herrmann. „Ich bin immer noch der Meinung: Das, was Porsche zu dem machte was die Firma ist, war der Rennsport. Wir sind berühmt geworden durch die grandiosen Siege.“
Für viele geschäftliche Entscheidungen hat Herrmann Verständnis. 1992 sei das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen. „Neben Volkswagen und Mercedes war Toyota wirklich im Gespräch“, erinnert sich Herrmann daran, dass der kleine Sportwagenbauer damals ein Übernahmekandidat war. Wendelin Wiedeking habe damals alles richtig gemacht, „aber ich hätte mir gewünscht, dass man die Linie des Rennsports nicht verlässt.“ Drei bis sechs Jahre der Fabrik widmen, und dann zurück in die Spitze des Motorsports, so hätte Hans Herrmann sich den Weg damals von Porsche gewünscht. „Der Carrera Cup ist es nicht. So was macht auch Renault als Markenpokal.“

