Das Glückschwein

17.06.2018 19:25

Porsche holt in Le Mans Doppelsieg in der GTE Pro

Porsche holte sich mit der Nr. 92 den Klassensieg in der GTE Pro. Foto: Porsche
Porsche holte sich mit der Nr. 92 den Klassensieg in der GTE Pro. Foto: Porsche

Nr. 92 im Glück – der Porsche 911 RSR mit Michael Christensen, Kevin Estre und Laurens Vanthoor holte in der Klasse GTE Pro einen ungefährdeten Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Platz 2 für die Nr. 91 mit Richard Lietz, Gianmaria Bruni und Fred Makowiecki machte der Erfolg perfekt. Und auch in der GTE Am lief es für Porsche gut. Toyota konnte sich den Doppelsieg im Gesamtklassement sichern.

Beim ersten Einsatz hatte die Lackierung Porsche kein Glück gebracht. Im Rennen 1971 schied der Porsche 917/20 mit der auffälligen rosafarbenen Lackierung einige Stunden vor Rennende auf Platz 5 liegend durch einen Unfall aus. Dass er trotzdem einer der bekanntesten Rennwagen aus Zuffenhausen ist, lag an seiner Farbgebung. Designer Anatole Lapine hatte ihn als rennendes Schwein gestaltet, er trug deshalb den Namen „Sau“. Porsche griff dieses Design für einen seiner vier Werkswagen auf. Und diesmal, so schien es, sollte es Glück bringen.

Michael Christensen (von links), Laurens Vanthoor und Kevin Estre bei der Siegerehrung. Foto: PorscheDenn schon am frühen Abend konnte sich der Wagen mit der Nr. 92 einen Vorteil verschaffen. Der Wagen hatte gerade gestoppt, als es eine Safety-Car-Phase gab. Trotz des Stopps erwischte der 911 RSR noch denselben SC-Zug, in dem auch die Klassen-Gegner weiter vorne lagen, die noch nicht gestoppt hatten. Anschließend mussten alle anderen GTE-Pro-Autos an die Box kommen, wodurch sie einen SC-Zug zurückfielen.

Als die Strecke wieder frei gegeben wurde, hatte die „Sau“ 1:40 Minuten Vorsprung auf alle anderen. Diesen Vorsprung konnte der Wagen bis zum Rennende hin verteidigen. Er wäre aber auch ohne dieses Geschenk sicher ganz vorne mitgefahren, denn Porsche hatte trotz aller BoP-Anpassungen das stärkste Paket, so dass der 106. Klassensieg in Le Mans nie ernsthaft in Gefahr war.

Vier Werkswagen am Start

Allerdings zeigte sich auch: Es war taktisch richtig, gleich mit vier Werkswagen ins Rennen zu gehen. Die Nr. 94 mit Romain Dumas, Timo Bernhard und Sven Müller fiel nach einem Schaden an der Aufhängung in der Nacht aus, die Nr. 93 mit dem Fahrertrio Patrick Pilet, Earl Bamber und Nick Tandy verlor 25 Minuten durch einen Schaden an der Lichtmaschine und kam am Ende auf Platz 11 ins Ziel. Und die Nr. 91 musste den zweiten Platz teilweise mit harten Manövern gegen Ford verteidigen. Etwa dreieinhalb Stunden vor Rennende kam es zu einem rundenlangen Duell zwischen Fred Makowiecki und Sebastien Bourdais auf dem Ganassi-Ford Nr. 68. Makowiecki wechselte auf der langen Hunaudieres-Gerade mehrfach die Spur, damit Bourdais nicht vom Windschatten profitieren konnte, bei einem Überholmanöver drängte der den Ford-Fahrer fast von der Strecke. Doch die Rennkommissare entschieden, keine Strafe auszusprechen. Im weiteren Verlauf konnte sich der Porsche wieder absetzen, Ford blieb nur Platz 3.

Die Nr. 91 mit Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frederic Makowiecki landete auf Platz 2. Foto: PorscheDer Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 vom Team Dempsey-Proton Racing dominierte von Beginn an die Klasse GTE-Am. Porsche Young Professional Matt Campbell, Christian Ried und Porsche-Junior Julien Andlauer machten den 107. Klassenerfolg für Porsche perfekt. Andlauer wurde dabei mit 18 Jahren zum jüngsten Klassensieger in Le Mans.
Während das zweite Auto vom Team Dempsey-Proton Racing (Nr. 88) mit einem Aufhängungsschaden ausfiel, schrammte der Neunelfer ( Nr. 99) von Proton Competition als Vierter nur knapp an einem Podiumsplatz vorbei. Die Porsche 911 RSR mit den Startnummern 80 (Ebimotors) und 56 (Team Project 1) beendeten den 24-Stunden-Marathon in Le Mans auf den Plätzen sechs und sieben. Das Fahrzeug von Gulf Racing (Nr. 86) fiel nach einem unverschuldeten Unfall zu Rennbeginn auf den letzten Platz zurück und belegte am Ende Rang zehn.

Toyota erzielte nach vielen Jahren den ersten Sieg beim 24-Stunden-Rennen. Fernando Alonso, Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi holten im 20. Anlauf zum ersten Mal den Sieg beim berühmtesten Langstreckenrennen. Das Schwesterfahrzeug mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez konnte das Tempo nicht mitgehen und landete auf Platz 2. Die Toyota TS050 Hybrid waren das ganze Rennen über dominant und hatten keine wirklichen Gegner. Zwar waren insgesamt noch acht private LMP 1-Rennwagen am Start, doch nur Rebellion brachte seine beiden Fahrzeuge auf Platz 3 und 4 ins Ziel. Die meisten Privatiers kämpften mit technischen Problemen. In der LMP2 dominierte der G-Drive-Oreca Nr. 26 (Russinow/Pizzitola/Vergne), der mit zwei Runden Vorsprung gewann.

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