Auf Porsche in Le Mans groß geworden

16.07.2010 23:04

Hans Herrmann über seinen Sieg im Jahr 1970 - Teil 2

Hans Herrmann
HAns Herrmann. Foto: PORSCHE FAHRER

19 Jahre saß Hans Herrmann hinter dem Steuer von Rennwagen. Zum ersten Mal lenkte er einen Porsche-Werkswagen 1953, in Le Mans, und seine Karriere endete auf diesem Kurs im Jahr 1970. Doch das Auto, mit dem er sein letztes Rennen fuhr, hatte nichts mehr gemein mit dem Fahrzeug, mit dem er zum ersten Mal in Le Mans an den Start ging. Das liegt nicht an der technischen Entwicklung, die in dieser Zeit voranschritt. Porsche hatte sich gewandelt, Porsche fuhr 1970 mit einem anderen Anspruch.

Hans Herrmann (links) bei seinem ersten Start in Le Mans. Foto: Archiv HerrmannIn den 50er Jahren trugen die kleinen, schnellen und vor allem zuverlässigen Wagen den Namen Porsche erstmals in alle Welt. Der erste Einsatz von Hans Herrmann in Le Mans war ein großer Erfolg: Zusammen mit Helm Glöckler fährt er auf einem Porsche 550 einen Klassensieg ein und wird 15. in der Gesamtwertung. In den darauffolgenden Jahren hat er weniger Glück. 1954 fällt er aus, 1955 hat er einen schweren Unfall mit Mercedes in Monte Carlo und kann nicht starten, 1957/58 sieht er ebenfalls nicht das Ziel. 1958 erreicht er mit dem Porsche RS 1,6 mit Jean Behra Platz 3 in der Gesamtwertung und den Klassensieg. 1959/60 wieder Ausfälle, 1961 (Porsche RS 61) und 1962 (Porsche Carrera GT) holt er mit Edgar Barth jeweils den siebten Rang in der Gesamtwertung.
Dann zwei Jahre Pause: 1963 bis 1965 fährt Herrmann bei Abarth, die italienische Firma startete nicht bei dem Langstreckenklassiker.

Veränderungen nach der Pause

1966 stößt Herrmann wieder zu Porsche, seine Ehefrau hat den Kontakt aufleben lassen. Sie will ihren Mann wieder näher bei sich in Deutschland arbeiten sehen. In den drei Jahren hat sich dort viel verändert. Ferdinand Piech hat in der Zeit seine Karriere bei Porsche begonnen und prägt die Rennaktivitäten immer stärker. Der neue Porsche 906 ist größer und stärker als die Porsche-Rennwagen, die Herrmann bisher gefahren war. Mit Herbert Linge belegt er 1966 den fünften Gesamtrang, ein sehr gutes Ergebnis, denn zu dieser Zeit erreicht die Rivalität zwischen Ford und Ferrari dort ihren Höhepunkt: Ford bringt 13 Wagen an den Start, Ferrari 14. Ford belegt mit den Sieben-Liter-V8 am Ende die ersten drei Plätze, danach folgen vier Porsche 906, ausgerüstet mit dem Zwei-Liter-Motor mit 210 PS, der auf dem Serienmotor des damals ganz neuen Porsche 911 basiert.

Hans Herrmann 1967 in Le Mans mit dem Porsche 907. Foto: Archiv HerrmannMit dem Porsche 907 und Jo Siffert als Partner wiederholt Herrmann er 1967 den Erfolg, abermals lautetet das Ergebnis Platz 5. Ein Jahr später fällt die Paarung Herrmann/Siffert mit dem Porsche 908 wegen eines Getriebeschadens aus. 1969 fährt Herrmann knapp am Gesamtsieg vorbei.
Im Jahr 1970 ist Porsche auf dem Sportwagen-Olymp angekommen. Der erste Gesamtsieg in Le Mans – dabei hat der Porsche 917 von Herrmann/Larrousse nicht einmal den stärkeren 4,9-Liter-Motor, sondern noch die ältere 4,5-Liter-Variante. Insgesamt war Herrmann 14 Mal bei dem Langstreckenrennen am Start.

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