Neuanfang bei Gemballas Firma

18.08.2010 14:10

Porsche Tuner wird weiter vermisst

Uwe Gemballa
Uwe Gemballa.

„Die Akte ist nicht geschlossen, aber wir haben nichts, wo wir nachhaken können“ sagt Eckhard Salo, Pressesprecher der Polizeidirektion Böblingen. Der Vermisstenfall Uwe Gemballa bleibt weiter ungeklärt. Inzwischen ist klar, wie es mit Geballas Firma weitergehen soll: Am kommenden Montag, 23. August, will der neue Geschäftsführer Andreas Schwarz in einer Pressekonferenz erläutern, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll. Gemballa war Anfang Februar bei einer Geschäftsreise nach Südafrika verschwunden. Kurz nach der Ankunft verlor sich in der Nähe des Flughafen von Johannesburg seine Spur. Ende Februar musste seine Ehefrau Christine Gemballa einen Antrag auf vorläufige Insolvenz für das überschuldete Unternehmen stellen.

„Wir haben regelmäßig Kontakt mit der Polizei in Südafrika“, sagt Eckhard Salo. Doch schon seit längerem habe es dort keine neuen Hinweise gegeben. „Nicht einmal ein Gerücht, geschweige denn einen Hinweis auf einen möglichen Aufenthaltsort .“ Kurz nach dem Verschwinden waren zwei Beamte der baden-württembergischen Kriminalpolizei in Johannesburg, um bei den Ermittlungen zu helfen. Die Familie des 54-Jährigen soll außerdem einen Privatdetektiv mit eigenen Ermittlungen in Südafrika betraut haben. Alle Bemühungen blieben ohne Erfolg. Uwe Gemballa war zuletzt auf einem Überwachungsvideo am 8. Februar an der Flughafentankstelle mit dem tschechischen Kriminellen Radovan Krejcir zu sehen. Am 9. Februar meldete er sich per Handy bei seiner Frau und bat sie auf Englisch, eine Million Euro zu organisieren, da er in Schwierigkeiten stecke. Das war das letzte Lebenszeichen von ihm.

Der Gemballa Avalance 600 GT2 Evo. Foto: GemballaBis jetzt gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass das Verschwinden von Uwe Gemballa im Zusammenhang mit der Insolvenz seiner Firma steht, bestätigte Polizeisprecher Frank Natterer gegenüber der Online-Redaktion von PORSCHE FAHRER. Insolvenzverwalter Philipp Grub gelang es nicht, einen Investor für das Unternehmen zu finden. Bis zum 30. April erhielten die 38 Mitarbeiter der Firma Gemballa Automobiltechnik GmbH noch Insovenzgeld. Danach musste Grub ihnen kündigen. Mit 18 Interessenten soll der Stuttgarter Rechtsanwalt verhandelt haben, berichten die Stuttgarter Nachrichten. Doch keiner war am Ende bereit, die Geschäfte fortzuführen. Insgesamt hatten sich bei Banken, Zulieferern,Kunden und Finanzamt Schulden von acht Millionen Euro angehäuft. Nun hat Andreas Schwarz Vermögensgegenstände und Werkstatteinrichtung von Insolvenzverwalter Grub erworben. Wie der Neuanfang der Firma Gemballa aussehen soll, wird er am kommenden Montag erläutern.

Uwe Gemballa ist in der Porsche-Szene vor allem durch seine optischen Umbauten von Porsche-Modellen bekannt. Sein Stil polarisierte, er hat große Anhänger, aber auch viele Kritiker.

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