Beständig in schwieriger Lage
28.05.2010 12:52
Interview mit Michael Macht über den Porsche 911
PF: Die Verkaufzahlen des Porsche 911 sind deutlich zurückgegangen. Wie sieht man im Unternehmen diese Entwicklung?
Michael Macht: Das ganze Segment der Fahrzeuge, in dem der Porsche 911 positioniert ist, ist um 40 Prozent eingebrochen. Absolut gesehen sind wir deshalb nicht unzufrieden. Er ist immer noch das bestverkaufteste Auto in diesem Bereich.
Die Porsche 911 wird im Stammwerk in Zuffenhausen produziert. Im Gegensatz zu Cayenne und Panamera fertigt Porsche beim 911 auf die Karosserie selber. Wie hoch sind die Unterschiede in der Wertschöpfung?
Beim Porsche 911 liegt die Wertschöpfung im Bereich 19 bis 20 Prozent, bei Cayenne und Panamera zwischen 12 bis 14 Prozent. So gesehen sind die Differenzen nicht so groß, dass das für uns ein Problem darstellt.
Braucht Porsche eventuell noch ein Modell unter dem Boxster/Caymann, um das Sportwagensegment auch in dem Bereich abzudecken?
Wir können uns vieles vorstellen. Natürlich müsste auch so ein Fahrzeug die Porsche-Markenwerte in sich tragen.
Mit der Studie Porsche 918 Sypder hat Porsche einen Hochleistungs-V8-Motor für ein Fahrzeug präsentiert, der schon sehr nah an einer Straßenversion ist. Wäre so ein Antrieb auch eine Alternative für den Sechszylinder-Boxer-Motor im Porsche 911?
Das kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Es gibt Tuner, die haben so etwas schon versucht. Aber der Boxer-Motor bietet konzeptionelle Vorteile wie einen sehr niedrigen Schwerpunkt. Und wir müssen beim Porsche 911 ja auch auf die Beständigkeit des Konzepts achten.

